Pain Of Salvation - Road Salt One

Bandinfo: PAIN OF SALVATION

Genre: Progressive Metal
Label: Inside Out Music
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup | Trackliste
Nach drei langen Jahren ist es endlich soweit. PAIN OF SALVATION melden sich mit einem neuen Album zurück. Die äußerst kreativen Schweden um Daniel Gildenlöw präsentieren uns ihr neues Werk „Road Salt One“.
Wie nach der Veröffentlichung der Appetizer-EP „Linoleum“, Ende des Vorjahres, nicht anders zu erwarten war, klingt „die Neue“ auf viele Arten doch ganz anders als ihre geschätzten Vorgänger. Von Anfang an fällt die extrem roh und trocken gehaltene Produktion der Platte auf, die klanglich sehr an alte Rockalben erinnert. Auch in musikalischer Hinsicht hat sich einiges getan. Fans der ersten Stunde sind ja bereits mit der ausgeprägten Experimentierfreude des genialen Daniel Gildenlöw vertraut. So sollte es einen auch nicht weiter verwundern, wenn die neuen Songs wesentlich erdiger und „einfacher“ aus den Lautsprechern tönen als gewohnt. Der Großteil des Materials ist tief im 70er Rock und manchmal auch im Blues verwurzelt und enthält vergleichsweise wenig progressive Elemente.
Der Opener „No Way“ ist ein durchaus solider Rocksong. Groovig wechseln sich Strophe und Refrain ab, bis nach drei Minuten ein sehr progressiv gehaltener Teil folgt, der einfach nur geil klingt und klar stellt um welche Band es sich hier handelt.
„She Likes To Hide“ lebt in erster Linie von Daniel’s Gesang und ist instrumental eher minimalistisch gehalten. Hätte vom Gesamtbild her sehr gut in die Sechziger Jahre gepasst.
Bei „Sisters“ handelt es sich um das erste richtige Highlight auf diesem Album. Die äußerst gefühlvolle Nummer steigert sich sehr dezent und wird dabei nie langweilig. Die Refrains würden auch problemlos in einen Walt Disney Film passen (Das ist sehr positiv gemeint!), womit ich absolut nicht gerechnet habe. Ich bin überrascht!
Wenn man „Of Dust“ mit geschlossenen Augen hört und den Text ignoriert, sieht man mit etwas Phantasie die Sklaven auf den Baumwollfeldern arbeiten. Diese Vision hatte ich, dank PAIN OF SALVATION bereits bei „Nauticus (Drifting)“ vom genialen „Be“ Album.
„Tell Me You Don’t Know“ ist wohl der mit Abstand bluesigste Song den ich je von den Herren aus Schweden gehört habe. Das kleine Gitarrensolo bei zirka 1:30 erinnert mich an die ganz Großen dieses Genres. Toll!
„Sleeping Under The Stars“ ist für mich die „Disco Queen“ des Jahres 2010. Wie bereits bei „Scarsick“, knallt uns die Band wieder mal ein Lied vor den Latz, das sehr gewöhnungsbedürftig, aber definitiv etwas besonderes ist. Die Bohemé im alten Paris, hätten es nicht besser komponieren können. Das Ganze ist gespickt mit Zirkusflair und einem kleinen Bisschen Russland-Style. Auch der Text ist einfach großartig.
„Darkness Of Mine“ ist, wie der Name schon vorweg nimmt, der düstere Moment der Platte. Hier kann ich auch zum ersten Mal auf dieser CD die wirklich einzigartige und vielschichtige Stimme des Herrn Gildenlöw ausmachen.
„Linoleum“ wurde von der gleichnamigen EP übernommen und passt wie erwartet sehr gut zum Rest.
Ich liebe „Curiosity“!
Die Nummer wird Live der Hammer! Kompromisslos, schnell, abwechslungsreich und endlich ein typischer PAIN OF SALVATION-Chorus. Getragen von einer Top-Leistung am Schlagzeug. Einer meiner ganz klaren Favoriten auf „Road Salt One“!
Mit „Where It Hurts“ tut sich ein emotionaler Leckerbissen auf. Schön und überzeugend gespielt.
Der Titeltrack „Road Salt“ gehört für mich ab jetzt zu den wirklich großen Balladen.
Pain Of Salvation sind mit diesem Lied bei der schwedischen Eurovision Songcontest Vorausscheidung „Melodifestivalen“ angetreten. Sie sind zwar nicht bis in Finale, aber trotzdem sehr weit damit gekommen.
„Road Salt“ kann mit seinem atmosphärischen Sound und einer wirklich fabelhaften Vorstellung von Daniel durchgehend überzeugen, obwohl es für mich wieder kein typischer PAIN OF SALVATION Song ist. Aber ganz ehrlich – Was ist schon typisch für diese Band?
Der Rausschmeisser „Innocence“ kommt sehr getragen daher und ist ein guter Abschluß für ein gutes Album.
Alles in allem wird „Road Salt One“ nicht mein Lieblingsalbum der Band werden.
Daniel Gildenlöw hat mir einfach zu wenig von seiner göttlichen Stimme gezeigt und auch musikalisch bin ich von den Jungs einfach anspruchsvollere Sachen gewöhnt. Trotzdem finde ich die Weiterentwicklung der Schweden mutig berechtigt und halte die CD für äußerst gelungen und empfehlenswert. Bei jedem Durchlauf höre ich wieder neue Teile raus und kann es kaum erwarten die Band endlich wieder live zu sehen.

