MÖRSER - 1st Class Suicide

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VÖ: 26.03.2010
Bandinfo: MÖRSER
Genre: Grind Core
Label: Bastardized Recordings
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Lineup  |  Trackliste

Die Koblenzer Gewaltschmiede Bastardized Recordings rückt dieser Tage mit dem fünften Studiorundling des deutschen Krach-Septetts MÖRSER um die Ecke. Die Bremer haben sich 1997 mit „Two Hours To Doom“ kompromisslos grindend in die Szene gespielt und in wohldosierten Vierjahres-Abständen neue Brutalismus-Häppchen publiziert. Das Besondere an MÖRSER ist aber die einzigartige Bandzusammenstellung. Mit drei Sängern – aufgeteilt in Scream-, Brutal- und Deepshouting – und zwei Gitarristen (früher waren es stattdessen zwei Bassisten) kann man natürlich eine ordentliche Dosis Aggression verbreiten.

Der sympathische Siebener metzelt sich ohne Umschweife und Rücksicht auf Dritte durch ein buntes Potpourri aus groovigem Death Metal und eruptivem Grindcore. Die Bremer Szenehelden biedern sich keinem Trend an und scheißen – erhobenen Hauptes und voller Stolz – auf den Modernisierungswahn im Metalbereich. Die Hafenstädter wechseln mit hörbarer Vorliebe zwischen vielstimmigen Aggressionsschüben der grindenden Sorte („Small Weak Virus“, „Miserable Failure“, „Blind“) und groovigem, aber dennoch schnellem Death Metal („ Concrete Head Crush“, „Fresh & Powdered“, „The Legend Of Dunhill“). Blastbeat-Geballer, wild shreddernde Gitarrenläufe und die hörerfreundliche Hoch/Tief Mischung am Mikrofon halten „1st Class Suicide“ zu jeder Zeit frisch und nachvollziehbar. Wer die unvermeidlichen Vergleiche braucht, kann sich einen flotten Dreier zwischen TRIGGER THE BLOODSHED, BURNING SKIES und DYING FETUS in Erinnerung rufen. Einteilen lässt sich das dichte Soundgebräu der Bremer trotzdem nicht so wirklich, MÖRSER zocken ihren Death/Grind mit großer Freude und dem nötigen Herzblut herunter.

Wer sich mal wieder kompromissloses und absolut durchdringendes Geballer durch die Gehörgänge ziehen möchte, ist bei MÖRSER goldrichtig. Die ohrenfreundliche Variabilität von Hyperschnell zu eindringlich wühlend ermöglicht der Band den nötigen Spielraum, um auf dem voll besetzten und glatten Parkett der Death/Grind Szene mühelos zu überleben. Für die erste Liga fehlen MÖRSER noch ein paar Ingredienzen, wie etwa mehr Eingängigkeit oder vertrackteres Songwriting. Genrefreaks und Gewaltästheten werden beim Hörgenuss von „1st Class Suicide“ ohnehin ein feuchtes Höschen bekommen, Unentschlossene sollten sich lieber auf oben genannte Bands berufen. Im Underground mischen MÖRSER aber zurecht an der Spitze mit.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (05.05.2010)

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