Umbra Et Imago - Opus Magnus

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VÖ: 02.07.2010
Bandinfo: Umbra Et Imago
Genre: Gothic
Label: K.F. (Indigo)
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Lineup  |  Trackliste

Schau an, schau an, eine Ära geht zu Ende! Eine der wohl bekanntesten (Underground-) Gothic-Bands zieht sich in die frühzeitige musikalische Rente zurück. UMBRA ET IMAGO, die deutsche Gruppierung rund um Kultfigur und Aushängeschild Mozart, verabschieden sich mit "Opus Magnus" von der Musikszene und beschwören, dass diese Scheibe die letzte in der Diskographie von UMBRA ET IMAGO sein wird. Aus diesem Grund wurde wahrscheinlich auch der finit wirkende und sehr hoch gegriffene Albumtitel gewählt.

"Opus Magnus" ist nun also ein Abschiedswerk einer exzentrischen, aber immer griffigen und präsenten Band. Wie geht man ein solches Album heran? Was erwartet man? Einen Aufguss alter Sachen? Einen musikalischen Gesamtüberblick über das ganze Schaffen? Oder überhaupt etwas ganz Anderes, vielleicht sogar Neues, noch nie Gehörtes? Eine schwierige Sache also, doch zu viele Gedanken verderben einem ja doch nur den Rezensionsbrei und deswegen versuchen wir es ganz einfach und intersubjektiv...

UMBRA ET IMAGO sind schon seit je her für ihre sadomasochistischen, sexuell anzüglichen, aber immer künstlerischen Auftritte und Songs bekannt. Auch "Opus Magnus" versucht wieder gesellschaftskritische Themen zu behandeln und debattiert unter anderem über Depressionen, den gegenwärtigen Klon- und Züchtungswahn, Drogensucht und auch religiöse und moralische Begebenheiten. Das ist zwar alles schön und recht, so richtig will die Umsetzung dieses Mal aber nicht gelingen. Mozarts monotone Stimme thront über den Songs, viele Passagen werden nur spärlich instrumentiert ("Gebet Nr. 1") und lassen dadurch die so wichtige Melodiösität vermissen. Anzüglich, aufrüttelnd oder gar schockierend sind die Lyrics von UMBRA ET IMAGO auch schon lange nicht mehr, das Medienpublikum anno 2010 ist da einfach mittlerweile schon ganz andere Dinge gewohnt. Ein wenig erinnert mich das Ganze an die Kollegen von RAMMSTEIN, die ohne ihre provokanten, mehrdeutigen Texte (zB "Rosenrot") nur ein laues Lüftchen ihrer selbst sind. Treffen die Lyrics aber wieder den bösen Nerv der Zeit, ist alles wieder beim Alten. Auch bei UMBRA ET IMAGO steht und fällt viel mit der Qualität der lyrischen Ergüsse des deutschen Mozarts. Gesangtechnisch und generell musikalisch gehörten die Jungs ja noch nie zur Krone der Schöpfung (vgl. den Text von "Liebeslied")!

Wie gesagt, "Opus Magnus" sollte ein grandioses Abschiedswerk werden, ist aber im Endeffekt nicht mehr als ein nahtloser Fortgang der bisherigen Diskographie geworden. Viel Sprache, ein paar Gothic-Elemente, etwas weiblicher Elfen-Gesang und ein Front-Mozart, der sich durch seine eigenen Texte palavert, die einmal mehr, einmal weniger gelungen sind. Fans der Gruppierung werden auch mit "Opus Magnus" ihre Freude haben, Kritiker von 'Schatten und Bild' werden an dem "großen Opus" erneut keinen einzigen positiven Funken finden. Wer mit mäßigem, monotonem Gesang, netter Orchestrierung und so manchem eingängigen Element etwas anfangen kann, der darf hier - zum letzten Mal - zugreifen.

"Weil ich ohne dich ein Garnichts bin..." (UMBRA ET IMAGO - "Ohne Dich")



Ohne Bewertung
Autor: mat (23.06.2010)

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