Hell Militia - Last Station on the Road to Death

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VÖ: 30.04.2010
Bandinfo: Hell Militia
Genre: Black Metal
Label: Debemur Morti Productions
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Lineup  |  Trackliste

Dieses Jahr kann auch die französische Black Metal Supergroup HELL MILITIA, welche aus Mitgliedern von Größen wie MÜTIILATION, GESTAPO 666, MERRIMACK und VORKREIST besteht, wieder mit einer neuen Scheibe aufwarten. Ganze fünf Jahre hat es nun gedauert bis die Mannen neues Material aus dem Boden stampfen konnten.
Tolle Kritiken konnten die Franzosen mit ihrem Erstwerk 'Canonisation of the Foul Spirit' nicht gerade einfahren, dies soll natürlich mit 'Last Station on the Road to Death' jetzt ganz anders werden. Zu wirr und stereotyp war das Material für die meisten Rezensenten und Kritiker damals, was natürlich gemischt mit den von Anfang an zu hohen Erwartungen an die Musiker zu eher unterdurchschnittlichen Reviews führte. Hoffentlich können die Jungs mit der neuen Scheibe ihren guten Ruf in der Szene, der dadurch natürlich ein wenig gelitten hat, vollkommen wiederherstellen. Geboten wird ganz und gar satanischer wie blasphemischer Black Metal der Brutalosorte.

Gleich der erste Song 'Born Without Light' geht sehr gut ins Ohr, da er schnell und dreckig angelegt ist. Typisch Black Metal ist das Ganze aber erst mal nicht. Auch einige Death Metal- und Punkeinflüsse wurden in die Musik miteingewoben, was natürlich kein Problem darstellt, sondern durchaus erfrischend klingt. HELL MILITIA hat mit Willy Roussel alias Meyhnach ohne Frage den Ausnahmevokalisten des französischen Black Metals in ihren Reihen, was schon mal ein großer Vorteil gegenüber anderen Bands ist, da der Musik durch ihn ein absolutes Charakteristikum verliehen wird.
Bei 'Et in Inferno Ego' kann die Band wieder durch ihre Schnelligkeit und Rotzigkeit punkten, während ihr die Mid-Tempo-Parts eher nicht liegen und wohl lieber vermieden werden sollten. Die Jungs sind einfach prädestiniert puren War Black Metal zu spielen ohne große technische Raffinessen und in Anführungszeichen langweilige langsame Parts. So muss es nämlich sein, doch leider ist 'The Last Station on the Road to Death' nicht immer derartig ausgerichtet.

Punkten können HELL MILITIA auch mit ihrem Cover des GG Allin Covers 'Shoot Knife Strangle Beat & Crucify', das der Musik der Jungs wie auf den Leib geschneidert scheint und eigentlich das Highlight der Scheibe darstellt. Sowohl im Original als auch in der Black Metal Coverversion ein super Song, den es sich für HELL MILITIA wirklich gelohnt hat nachzuspielen. Bei dem superben Gitarrensolo kann die Saitenfraktion auch endlich unter Beweis stellen, was sie in Wirklichkeit alles drauf hat.
Der nächste Track 'The Pig That Became a God' ist schlicht und einfach überflüssig, da er sich viel zu lange hinzieht und keinerlei signifikante Momente enthält. Dieses Versagen können die Franzosen dann mit dem durchaus gefälligen Titeltrack, der vor allem von Meyhnachs sehr krassen Vocals lebt, etwas wiedergutmachen.

Insgesamt liefern HELL MILITIA mit 'The Last Station on the Road to Death' ein sehr solides Album ab. Dass ein Cover gleichermaßen der beste Song der Platte ist, spricht jedoch nicht unbedingt für die songwriterischen Fähigkeiten der Band. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen. Einige der Songs werden einfach unnötig in die Länge gezogen, was mitunter sogar ein wenig nervt. Metaller allerdings, die auf räudigen und Mitten-in-die-Fresse Black Metal stehen, werden mit dieser Scheibe durchaus ihre Freude haben.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Johannes Deml (29.06.2010)

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