Nevermore - This Godless Endeavor

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VÖ: 25.07.2005
Bandinfo: Nevermore
Genre: Heavy Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

An sich hat Warrel Dane in seiner langen Karriere noch nie auch nur ein „nur“ gutes Album veröffentlicht. Auch das geschasste, im Jahre 2003 veröffentlichte „Enemies of Reality“ war und ist – wie ja die erst kürzlich von Andy Sneap remixte Version zeigt – ein Klasseteil, und so und nicht anders verhält es sich auch mit dem neuen Output der Mannen aus Seattle.

Der thrashig beginnende Opener „Born“, der im Laufe von Riff-Gewittern, arabischen Einflüssen und einem Mr. Dane in Höchstform dominiert wird und – wie alle weiteren Stücke – in einem superben Refrain gipfelt, ist gleich ein Fingerzeig an alle Mitbewerber. Bedrohlicher, aber auch zerbrechlicher tönt „Final Product“ aus den Speakern, Abwechslung pur bietend und eine perfekt harmonierende Einheit bestehend aus der Gitarrenfraktion und Warrel himself. Nicht minder genial das nach speedigem Beginn für NEVERMORE Verhältnisse doch weniger verspielte, ja schon fast eingängige „My Acid Words“, bevor mit „Bittersweet Feast“ und „Sentient 6“ die Genialitätsskala endgültig gesprengt wird. Ersteres beginnt balladesk, schwenkt nahtlos in groovige Gefilde um, und es sind hauptsächlich die Gesangslinien, die restlos zu begeistern wissen, spätestens jetzt wird auch klar, wie homogen sich Neu Gitarrist Steve Smyth (ex-TESTAMENT / DRAGONLORD) in das Bandgefüge integriert hat – Zweitgenannter Song, eine Powerballade die über 7 Minuten Laufzeit mit Gefühlen jongliert, Wutausbrüche verursacht und einfach in Worten nie und nimmer beschrieben werden kann! Und als ich glaubte es geht nicht mehr, bricht „Medicated Nation“ über mich herein, eine Kombination aus thrashigem Riffing & Warrel’s Variabilität – vom Flüstern über diverse Tonlagen- und Stimmungswechseln ist hier alles vertreten – bekommt man den Refrain für Stunden nicht mehr aus dem Kopf – unglaublich!

In weiterer Folge kann ich auch bei „Sell My Heart For Stones“ (ein gefühlvoll beginnender Melody Groover), „The Psalm of Lydia“ (ein verspielter, erst nach mehreren Durchgängen zündender Powerbrocken), „A Future Uncertain“ (wieder einmal balladesk eingeleitet, sodann aber eher flott gehalten und mit überraschendem Akustikbreak gegen Ende ausgestattet), sowie dem abschließenden, mehr als acht Minuten dauernden Titelsong (welcher noch einmal das gesamte NEVERMORE Spektrum komprimiert abdeckt) keinen auch nur Ansatzweisen Qualitätsverlust entdecken.

Dieses Album hat nach 3-wöchiger Dauerrotation jeglichen persönlich gefühlsbedingten Härtetest bestanden, sei es nach einer 1-stündigen, mit mehreren visuellen Orgasmen versehenen, Delphinschnorchelorgie im Roten Meer, oder der Offenbarung, dass einen die Freundin nach 8 Jahren wegen eines Alkoholikers in die Wüste schickt. „This Godless Endeavor“ ist schon jetzt DAS Album des Jahres, an diesem Meisterwerk kommt kein Freund/keine Freundin der härteren Musik vorbei, und ich will verdammt sein, wenn TGE nicht in einigen Jahren in einem Atemzug mit gottgleichen Veröffentlichungen der Sorte „Operation Mindcrime“, „Streets – A Rock Opera“ oder ähnlichem genannt wird!

Mr. Warrel Dane – „I bow my Head in deep Respect – Thank You for this Masterpiece!“ Sincerely Yours Reini R.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Reini (14.07.2005)

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