Grind Inc. - Lynch And Dissect

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VÖ: 21.05.2010
Bandinfo: Grind Inc.
Genre: Death Metal
Label: Bastardized Recordings
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Hackebeil herausgeholt und losgemetzelt: heute gibt’s Geschnetzeltes. Zum mittlerweile vierten Mal biegt die Krefelder Death/Grind-Schmiede GRIND INC. ums Eck und serviert einen darmhaltigen Happen aggressionsgeladener Wutausbrüche. Bislang konnten sich die Deutschen von Album zu Album steigern, das 2008er Werk „Sudden State Of Hate“ überzeugte bereits als internationales Qualitätsformat. Zudem haben die Jungs bei der teutonischen Undergroundschmiede Bastardized gesignt und sich für die Produktion wieder in den Catacomb Studios verschanzt.

„Lynch And Dissect“ nennt sich der neue Streich und verbildlicht dies mit einem blutgetränkten, kopflosen Oberkörper, der mit Sicherheit nicht auf das neueste Gothic-Geträller hinweist. Der Opener „Stillborn Paradise“ eröffnet die Schlachtplatte sogleich mit viehischem Doublebass-Gewitter und knackig-schaurigen Gitarrenläufen. CANNIBAL CORPSE sind und bleiben die großen Helden GRIND INCs. Technik und Gewalt bestimmen den Sound der Westdeutschen, das Songwriting scheint aber darunter zu leiden. Auch der anschließende Titeltrack oder das deutlich gedrosseltere „Beyond Recognition“ kommen nicht an den gewohnten Qualitätslevel heran. Mag auch daran liegen, dass nach dem Split mit Scream-Sänger Thomas nur mehr Grunzpapst Christoph das Mikro schwingt und die stimmliche Variabilität damit deutlich auf der Strecke bleibt. Wo „Sudden State Of Hate“ noch mit offensivem Ideenreichtum glänzte, walzt „Lynch And Dissect“ einfach alles glatt und vergisst dabei auf Originalität.

Im Gegensatz zu üblichen Genrepublizierungen, beginnt bei GRIND INC. das Werkel erst in Halbzeit Zwei so richtig zu laufen. Das bereits von MySpace bekannte „Praise The Light“ nimmt auch mal Tempo aus dem Kessel und überzeugt durch das treibende, durch und durch eindringende Mid-Tempo Feeling. Wirklich rund geht’s am Ende. Mit „Forced To Consume“ hat man einen nicht mehr erwarteten Trommelfellknacker am Start, der sich über fünf Minuten lang durch die Gehörgänge holzt und den Rest des Albums in die zweite Liga verbannt. Großer Pluspunkt ist der ansonsten fehlende Kreischgesang, der dem Song den nötigen Druck verleiht. Das abschließende Frickel-Brett „The Debate From Within“ dröhnt gar episch-mathematisch aus den Speakern und wertet das eher durchschnittliche Album noch mal um ein Vielfaches auf.

Obschon „Lynch And Dissect“ ein amtliches Undergroundbrett ist, machen GRIND INC. in ihrer aufsteigenden Karriere erstmals ein paar Schritte zurück. Die Gleichheit vieler Songs und die schmerzlich vermissten zweiten Vocals lassen die Combo mit dem neuen Teil eher unter „ferner liefen“ versumpfen. Im deutschen Underground mischen GRIND INC. mit Recht auch weiter an der Spitze mit. Einen zweiten Shouter sollten sich die Burschen aber dringend suchen, ansonsten könnte man links und rechts überholt werden.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (07.07.2010)

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