THORNIUM - Fides Luciferius

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VÖ: 00.05.2010
Bandinfo: THORNIUM
Genre: Black Metal
Label: Soulseller Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Same Story, Different Guy: Die schwedischen Schwarzwurzler THORNIUM gibt’s eigentlich schon seit der dritten Welle des Black Metal, genauer gesagt seit 1993. Mit „Dominions Of Eclipse“ haben die Mölndaler zwei Jahre später auch eines der beeindruckendsten Underground-Releases auf den Markt geworfen, bis Sänger und Bandboss Thyph – in bester skandinavischer Tradition – für verschiedenste Verbrechen hinter schwedische Gardinen musste und schwarz-weiß nicht nur im Gesicht trug. Nach der Entlassung 2007 haben die Jungs einen 3-Album-Deal bei den Holländern Soulseller Records unterschrieben und sind seitdem in vorbildlicher Arbeitslaune. Das letztjährige Comebackalbum „Mushroom Clouds And Dusk“ konnte die morbide Atmosphäre des Debüts zwar nicht mehr einfangen, entpuppte sich aber trotzdem als bemerkenswerte Wiederauferstehung.

Dementsprechend hoch natürlich die Erwartungen an „Fides Luciferius“, mit dem THORNIUM verspätet an die Genre-Spitze möchten. Wunschdenken! Wenn man erst einmal das aggressiv ins Auge stechende, ekelerregende Coverartwork mit innerlichem Faust-ans-Kinn-stoßen übertaucht hat, beginnt der eigentliche Gang in die zweite Liga. Wo ist die Sphärik, die akustische Kälte, wo sind die dichten Klangteppiche? Schon der Opener „Mother Of Abominations“ ruckelt derart fad und abgekupfert durch die Speaker, dass man seinen Finger am liebsten auf die Skip-Taste kleben würde. Wo THORNIUM zuletzt noch mit Innovation und Ideenreichtum glänzten, regiert hier nur mehr blinde Kopierwut. Thyphs Gekrächze liegt irgendwo zwischen verschnupftem Abbath und Angina-krankem Hoest. Die – zugegeben – frostigen Riffs klingen stark nach GORGOROTH, etwas nach TAAKE und ganz wenig nach SETHERIAL. Nach den anfänglichen Langweilern kratzt das Trio mit dem eindringlichen „Son Of The Dragon“ endlich die Kurve und lädt, dank dem gut punktierten Drumming, auch den Rezensenten zum ersten Kopfnicken ein. Die zweite Hälfte des Zehn-Trackers tönt schon wesentlich flüssiger. Der Titeltrack ist ein bitterkalter, vor Verzweiflung berstender Slow-Tempo Röhrer, der epische Siebenminüter „The Void Of Choronzon“ eine Blaupause für gitarrenwürgende Kutten-Teens.

Das neue Werk von THORNIUM krankt an zwei essenziellen Problemen. Zum einen hat es der Hörer mit einer knappen Stunde Spielzeit zu tun, was definitiv zu viel des Guten ist. Andererseits lassen die Pandabären jegliche Eigenständigkeit und somit auch sämtliche Trademarks der Vorgänger vermissen. Wer einen bunten Szenequerschnitt der (hauptsächlich) norwegischen Black Metal Geschichte haben möchte, kann sich THORNIUMs Neuling gedankenlos besorgen, die meisten anderen werden aber lieber ihre protzige Sammlung durchstöbern. Es bleibt abzuwarten, ob der ach so trve „Gefängnisbonus“ zieht… Anspieltipps: „The Void Of Choronzon“ , „I Am A God“.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (14.07.2010)

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