INTERMENT - Into The Crypts Of Blasphemy

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VÖ: 02.08.2010
Bandinfo: INTERMENT
Genre: Death Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Solche Storys schreibt nur der Metal: wer 22 Jahre braucht (die ersten drei davon als BEYOND), um sein Debütalbum auf den Markt zu werfen, hat entweder unheimlich viel Pech gehabt, sich nicht auf die Band konzentriert oder leidet schlichtweg an unglaublicher Unfähigkeit. Auf die Schweden von INTERMENT trifft am ehesten zweites zu, da sich drei Viertel der Combo bei CENTINEX ausgetobt haben und auch bei honorigen Truppen wie REGURGITATE oder DEMONICAL unter Vertrag stehen oder standen. Nach zwölfjähriger Schaffenspause haben sich die Vielbeschäftigten 2006 wieder reformiert und legen den vier Uralt-Demos jetzt „Into The Crypts Of Blasphemy“ bei.

Wer sich Herkunft, Bandalter und Coverartwork kurz durch den Kopf gehen lässt, kann nur auf eine Lösung kommen: Old School Death Metal. Nichts anderes zelebrieren die erfahrenen Mucker aus Avesta in erstaunlich frischer Art und Weise. Die ersten Takte des Openers „Eternal Darkness“ dürften für den Laien verdächtig nach DISMEMBER müffeln. Genau in dieser wohl ausgesuchten Nische richten sich INTERMENT samt Instrumenten ein und holzen sich in bester Stockholm-Tradition durch das Unterholz. Den viel zitierten Underground-Kult kann man in diesem Fall getrost stehen lassen – die fiesen, aber immer nachvollziehbaren Gitarrenlinien und das trocken-tighte Drumming erinnern den Rezipienten schwer an hautenge Hosen, stolz aufmontierte Patronengurte und Tonnen von schwarzen Lederjacken. Dabei verpacken INTERMENT in ihren ohnehin starken Gesamtsound wahre Old School Death-Perlen: „Stench Of Flesh“ etwa ist ein Nackenbrecker erster Güte, das satanisch-rollende „Sacrificial Torment“ besitzt eine unwiderstehliche, mit Doublebass-Stakkato hinterlegte, Mid-Tempo Anfangsmelodie, die den geneigten Schweden-Hartwurster die Freudentränen ins Gesicht reibt. Schwächen muss man auf dieser vertonten Deibel-Huldigung mit der Lupe suchen. Passende eingestreute Leads und vereinzelte Soli werten den stumpfen Grundsound zusätzlich auf. Und Fronthüne Johan Jansson erweist sich mit seinem abwechslungsreichen Grunz/Krächz Fähigkeiten als wohltuender Stärkepunkt INTERMENTs.

„Into The Crypts Of Blasphemy“ ist eine gut gelungene Underground-Schlachtplatte, die einmal mehr beweist, dass nur Schweden in Zeiten wie diesen noch immer derart ehrlich, nachvollziehbar und begeistert klingen können. Dieses Riffmassaker gehört auf jeden Fall zu den stärksten Blutgerichten, die mir in den letzten Jahren untergekommen sind. Abzüge gibts nur für die allzu offensichtliche DISMEMBER-Anbiederung, deren (starkes) letztes Werk im direkten Vergleich aber leicht abstinkt. Bleibt nur mehr die Hoffnung, dass die gealterten Herren ihren Nachfolger möglichst vor dem fünfzigsten Geburtstag des Rezensenten veröffentlichen…



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (03.08.2010)

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