Apocalyptica - 7th Symphony

Artikel-Bild
VÖ: 20.08.2010
Bandinfo: Apocalyptica
Genre: Metal
Label: Sony BMG
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

Beinahe unglaublich ist es, wenn man betrachtet, dass die Jungs von APOCALYPTICA sich bereits mit Riesenschritten dem 20jährigen(!) Bandjubiläum nähern (gegründet hat man sich bereits 1993, das erste Album gab's 1996), und wenige andere Bands haben denke ich eine solch interessante Entwicklung vorzuweisen: Begann man doch anno 1996 mit dem wohl hinlänglich bekannten "Metallica"-Coveralbum als reine Cover-band, hat man mittlerweile gänzlich auf Eigenkompositionen umgestellt, und kann auf etliche durchaus erfolgreiche Kollaborationen mit bekannten Größen der Szene wie Marta Jandova, Sandra Nasic, Ville Valo oder Till Lindemann zurückblicken. Und heuer steht bereits das siebte Studioalbum mit dem bezeichnenden Titel "7th Symphony" in den Startlöchern.

Ihre rein klassischen Wurzeln haben APOCALYPTICA mittlerweile auch hinter sich gelassen, und legen auf dem neuen Langeisen auch durchaus progressiv-metallisch mit "At The Gates Of Manala" los; eine etwas interessante Wahl für einen Opener wie ich finde, ist der Siebenminüter doch etwas sperriger ausgefallen. Darauf folgt aber dann die erste Single-taugliche Nummer mit "End of Me", ebenfalls wieder mit vokaler Gastbeteiligung von Gavin Rossdale (BUSH), zu der es ebenfalls ein Video gibt. Und schnell ist klar: die Zeiten des Klassik-Fokus bei APOCALYPTICA sind definitiv lange passé. Stattdessen setzt man eben einerseits auf breitentaugliche Singles mit prominenter Beteiligung wie mit dem erwähnten "End of Me", aber auch dem folgenden "Not Strong Enough", bei dem sich SHINEDOWN-Fronter Brent Smith die Ehre gibt, und auf mal progressivere, mal thrashigere Tracks, die mit den angezerrten Celli doch deutlich näher an Metal als an Klassik dran sind.

Neben den als durchaus gelungen, wenn auch als etwas gar gefällig zu bezeichnenden Single-Songs gibt es aber natürlich auch auf der siebten Sinfonie von APOCALYPTICA wieder zahlreiche rein instrumentale Stücke; hier fallen etwas das unter Beteiligung von Dave Lombardo eingezimmerte, treibende "2010" auf, das kurze, aber (im wahrsten Sinne des Wortes) schöne "Beautiful", bei dem dankenswerterweise die Celli auch mal wieder nach Celli klingen wie auch bei "Sacra", oder aber auch das atmosphärische "On The Rooftop With Quasimodo" und das abschließende "Rage Of Poseidon".

Generell fällt mir einfach auf, dass APOCALYPTICA dann am Stärksten sind, wenn sie tatsächlich Cello spielen; werden diese aber dann zu pseudo-E-Gitarren umstilisiert, dann geht für mich der ureigene Flair der Band absolut verloren. Insofern finde ich es fast schade, dass der Klassik-Anteil auch auf dem neuen Output doch sehr stark zurückgeschraubt wurde. Es ist natürlich klar, dass man mit dem rockigeren Sound ein breiteres Publikum ansprechen kann, als das mit einem eher klassisch orientierten Klang der Fall ist, der die Zuhörer vielleicht etwas mehr fordert; aber dann kann man sich doch gleich eine beliebige andere Metal-Band, bei der auch tatsächlich Gitarren die Gitarren spielen, anhören - und muss nicht auf APOCALYPTICA zurückgreifen, die ihre Stärken ganz klar anderswo haben.

Und so ist unterm Strich auch "The 7th Symphony" ein gutes, aber nicht wirklich zwingendes Album geworden: Die Single-Auskopplungen sind doch sehr poppig (mit Ausnahme des heftigen, schon fast schwarzmetallischen "Bring Them To Light), die Metal-Tracks fast schon zu metallisch klingend, und der Klassik-Aspekt für mich mittlerweile zu weit in den Hintergrund gerutscht. Für Fans der Band ist aber auch die neue Scheibe sicher sehr interessant; ich persönlich würde mir aber definitiv etwas mehr Besinnung auf die eigenen Ursprünge von den Finnen erhoffen. Es ist natürlich ein schwieriger Spagat, den APOCALYPTICA eins ums andere Mal wagen müssen; diesmal glaube ich haben sie ihn nur bedingt gemeistert.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (09.08.2010)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: LAMB OF GOD - Lamb Of God
ANZEIGE