Svartahrid - Ex Inferi

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VÖ: 01.05.2010
Bandinfo: Svartahrid
Genre: Black Metal
Label: Soulseller Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die Skiener SVARTAHRID haben schon seit jeher kein einfaches Leben. Wirklich aufgefallen ist man nur durch die beiden Gründungsmitglieder Istar (voc, git) und Forn (dr), die im letzten Jahrtausend bei den landsmännischen Schwarzwurzel-Helden MACTÄTUS unter Vertrag standen. Nach zwei Alben bei den Eisenerzern Napalm Records haben sich die beiden Masterminds auf den roheren Weg des Black Metal besinnt und mussten dadurch auf – eine ziemlich erfolglose – Labelsuche. Zudem kam man 2003 durch Ex-Bassist Ilvastar ins Gespräch, der wohl aus purer Langeweile seiner Nekrophilie frönte und nach einer doppelten Grabschändung einen abgeschnittenen Kopf mit nach Hause nahm. Nach langjähriger Abgeschiedenheit kamen die Jungs schlussendlich bei Soulseller unter, unter deren Banner man diesen Frühling das Fünftwerk „Ex Inferi“ veröffentlicht hat.

Vom Rezept der letzten Jahre sind SVARTAHRID indes nicht abgerückt – klirrend kalter Nordland-Black mit monotonem, aber hochatmosphärischen Gitarrenläufen beherrscht den 11-Tracker inklusive „Intro“ und „Outro“. Dabei bolzt das Trio hauptsächlich in erhöhtem Tempo durchs Gebälk. Dass man die offenkundigen DARKTHRONE Einflüsse nicht unbedingt ad acta legen möchte, wird schon am Beginn des Albums („Cursed Seeds Of The Nazarene“ und „Scale Of Worth“) klar. Die frostige Grundstimmung wird durch den landestypischen Misanthropen-Sound verstärkt, neben den zuvor genannten Black’n’Roll Kulties vernimmt man auch deutlich hörbare KOLDBRANN und CRAFT Anleihen. SVARTAHRID verfallen löblicherweise nie in plumpes Geshredder, sondern verschaffen dem Sound stets wohlklingende Abwechslungen. Bei „Veil Of Lies“ etwa wird gar einmal die Handbremse angezogen und im edlen Mid-Tempo gegrimmt. Doublebass unterstützte Oberklasse-Schwarzheimer („March With Us“) und bitterböse Gewalteruptionen („Bastard Child“) halten sich angenehm die Waage und sorgen für ein gruselig druckvolles Hörvergnügen.

Mit „Ex Inferi“ halten SVARTAHRID mühelos den Qualitätslevel der letzten Jahre. Die fein eingestreuten Rock’n’Roll Zitate werten den grundsätzlich mürrischen aber eingängigen Corpsepaint-Sound weiter auf. Zudem verzetteln sich die Norweger nicht in experimentellen Klangwelten sondern besinnen sich auf ihre Stärken. Dass „Ideenreichtum“ im Vokabular SVARTAHRIDs keinen Platz hat, werden Die Hard-Fans des norwegischen Schwarzmetalls verschmerzen können. Viel wichtiger ist, dass in Zeiten der grassierenden „je anders, desto cooler“-Mentalität noch auf alte Werte gebaut wird. SVARTAHRID gehören zu den letzten Verfechtern des schnörkellosen 90er Jahre Black Metals und das ist Kompliment genug.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (10.08.2010)

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