Parkway Drive - Deep Blue

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VÖ: 28.06.2010
Bandinfo: PARKWAY DRIVE
Genre: Metalcore
Label: Epitaph Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

15. März 2007 – das wunderschöne OHO im burgenländischen Oberwart wartet mit dem australischen Metalcore Doppel PARKWAY DRIVE und I KILLED THE PROM QUEEN auf. PARKWAY DRIVEs zweites Album „Horizons“ schwimmt noch in Abrahams Wurschtkessel und die breite Masse in der fast ausverkauften Halle wartet auf die bluttriefenden Breakdown-Brecher des knackigen Debütalbums „Killing With A Smile“. Für den vielgeschimpften Metalcore war die damalige Zeit bereits der leise Anfang vom schleichenden Ende. Nicht aber für PARKWAY DRIVE – die Stimmung im siedend heißen OHO ist galaktisch, die Moshpits reichen fast bis zur Bar am anderen Ende des Veranstaltungsraumes. Ein Abend, der vielen Fans länger in Erinnerung blieb.

Warum ich hier zum nostalgischen Rundumschlag aushole? Weil PARKWAY DRIVE damals wirklich das Nonplusultra des brutalen, aber gleichzeitig eingängigen Metalcore waren. Weil die Jungs mit der kongenialen Mischung aus tightem Songwriting, knallharter Bühnenpräsenz und durchdringender Sympathie so manche Clean-Gesang Weichspüler-Truppe locker in die Tasche steckten. Und ersteres ist der springende Punkt. PARKWAY DRIVE sind in den drei Jahren zwischen „Horizons“ und dem dritten „Make It Or Break It“-Werk „Deep Blue“ erwachsener, reifer und nachdenklicher geworden. Ultrabrutale Breakdowns und aggressiv-angepisstes Geshoute vernimmt man nur mehr schemenhaft, die Aussies gehen deutlich filigraner und abwechslungsreicher zu Werke. Während das stampfende „Unrest“ zu Beginn noch an die alten Tage der Band erinnert, überrascht das großartige „Sleepwalker“ mit variableren Gitarrenläufen. Spätestens das progressiv anmutende, voller Wehmut ausgestattete „Wreckage“ lässt den Die Hard Fan gespannt aufhorchen. Der traditionelle Göteborg-Sound blitzt auch auf dem melancholischen „Alone“ und der mit Wahnsinns-Solo ausgestatteten Mitgrölhymne „Home Is For The Heartless“ durch. Paradox, dass Sänger und Lyrics-Verfasser Winston McCall einst verkündete, mit Metal an sich gar nicht viel am Hut zu haben und eher aus der Hardcore-Edge zu stammen.

Die organzerfetzenden Brecher sind nur mehr marginal vorhanden, am ehesten wird man beim wütenden Bassdrum-Monster „Deliver Me“ zum Violent-Dancing aufgefordert, ansonsten gehen die Australier durchwegs mit feinerer Klinge ans Werk. Die Stilbrüche sind gewöhnungsbedürftig, schleichen sich bei mehrmaligem Durchlauf aber behutsam ins Oberstübchen. Auf die geliebten Breakdowns muss natürlich niemand verzichten, PARKWAY DRIVE paaren ihren voluminösen Bollo-Sound aber verstärkt mit Melodien und Harmonien. Oftmaliges Hinhören sei aber dringend empfohlen, ansonsten könnte sich sehr schnell Enttäuschung breit machen. Doch je öfter man die „neuen“ PARKWAY DRIVE auf sich einwirken lässt, umso stärker wird man in den Sog der Aussies gezogen. Objektive Bewertung: unmöglich!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (12.08.2010)

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