UFO - Best Of A Decade

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VÖ: 27.09.2010
Bandinfo: UFO
Genre: Hard Rock
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

Wenn meine Gymnasium-Zeit auch sonst vielleicht umsonst gewesen sei mag – aber bei den Sprachen ist doch was hängegeblieben. So kann ich mich immerhin ganz vage erinnern, dass „Dekade“ vom griechischen „dekás“ kommt, und irgendwie soviel heisst wie „Zeitraum von zehn Jahren“. Das haben unsere Freunde von der Insel offenbar nicht gelernt, denn Phil Mogg, Vinnie Moore und Konsorten schummeln bei ihrer aktuellen Best-Of-Zusammenschau gewaltig. Anstatt beim 2000er-Werk „Covenant“ anzusetzen – was ja logisch wäre - und auch das Folgealbum „Sharks“ (2002) noch mit rein zu rechnen, wird hier aber bloss Material der letzten drei Alben ab 2004 abgehandelt. Hmmmm...

Eigentlich ja vier Alben, denn auch von der Live-Schwarte „Showtime“ (2005) sind einige Tracks (immerhin ausschliesslich Klassiker...) vertreten. Ok, werdet ihr jetzt sagen – die Band hat hier einfach ihre Steamhammer-Zeit zusammengefasst. Ja, liebe Leute, fein und toll. Aber diese dauert noch keine zehn Jahre, also nix mit Dekade. Oder wollten die Herren etwa die Michael Schenker-Ära komplett ausblenden...? Auch Fehlanzeige, denn bei einigen Live-Klassikern hat sich der Bruder von SCORPIONS-Saitenhexer Rudi immerhin im Songwriting verewigt.

Egal – wer einen UFO-Überblick über die Zeit von 2004 bis heute möchte, kann sich das Teil ja mal antun. Ich orte unter den regulären Tracks allerdings nur ganz wenige Perlen. So sollte man das ein wenig an AUDIOSLAVE erinnernde „Saving Me“ erwähnen (vom „Visitor“-Album; 2009), "Mr.Freeze" vom 2004er-Werk „You Are Here“ ist auch über jeden Zweifel erhaben, ebenso wie „Heavenly Body“ von „The Monkey Puzzle“ (2006).

Dazwischen findet man durchschnittlich bis überdurchschnittlich gute Kost, die jedoch mit Klassikern wie „Doctor Doctor“ oder „Lights Out“ bei weitem nicht mitzuhalten vermag. Diese und andere manifestieren sich hier in sechs Live-Versionen und zeigen UFO in passabler Form, machen deutlich womit sich die Burschen ihren Ruf als Geradeaus-Rocker erspielt haben. Hardrock- und Blues-Afficinados werden da sowieso vor Verzückung jauchzen - auch wenn sie alle Alben in vierfacher Ausführung bereits daheim im Schrank stehen haben.
Allen, die UFO das erste Mal anchecken, möchte ich aber eher die Live-Perlen „Strangers In The Night“ (1978) und „Lights Out In Tokyo“ (1992) ans Herz legen.



Ohne Bewertung
Autor: Mike Seidinger (14.09.2010)

WERBUNG: Hard
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