Papa Roach - Time For Annihilation... On The Record And On The Road

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VÖ: 27.08.2010
Bandinfo: PAPA ROACH
Genre: Nu Metal
Label: Eleven Seven Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Ziemlich großkotzig prangt der Titel “Time For Annihilation…” von diesem zusammengestoppelten Werk aus Studio- und Livetracks vom Cover. Aber der Erfolg gibt den Nu-Metal Pionieren rund um Frontcharismatiker Jacoby Shaddix Recht. Unglaublich, dass die Jungs bereits seit 1993 durch die Welt tingeln, mit ihrem explosiven Sound zur Jahrtausendwende genau den Kern der Zeit getroffen haben und von den insgesamt sechs Studioalben bislang unfassbare zehn Millionen Kopien absetzen konnten. Auf „Time For Annihilation…“ bündeln die Kalifornier fünf brandneue Studiotracks und neun ihrer allergrößten Hits im Livegewand, die aus ihrer Dezember 2009 Arenentour mit den Co-Headlinern SHINEDOWN zusammengschustert wurden.

Der Opener „Burn“ biegt in bester Nu-Metal Manier um die Ecke, integriert einen dekadent-bombastischen Refrain und beginnt relativ schnell zu langweilen. „One Track Mind“ erweist sich bereits beim ersten Durchlauf als ohrwurmtauglicher Stadionrocker, dem aber deutlich der Punch der alten Bandtage fehlt. Bei der Singleauskoppelung „Kick In The Teeth“ kommt einem zu Beginn erst einmal MARILYN MANSON in den Sinn, im weiteren Verlauf erweist sich der schunkelige Rocker als klar bestes Kapitel der Studioaufnahmen. Mit dem sülzigen „No Matter What“ decken PAPA ROACH auch die schmierige Balladen-Pflicht ab. Einfach, fließend und gerade deshalb mit höchster Gähn-Garantie ausgestattet, sorgt der dreieinhalb minütige Schmalztopf für Kitsch im höchsten Klischeekosmos. Beim beliebigen „Enemy“ kann man sich dem Drücken der Skip-Taste wirklich nicht mehr erwehren – aus den jungen Wilden scheinen gesättigte Rockstars geworden zu sein. Außer der Stammklientel werden diese fünf Tracks keinen Hund vor den Ofen locken.

Dem Liveteil der Compilation kann man da schon um einiges mehr abgewinnen. Dass die Jungs auf den Bühnen dieser Welt stets eine gute Figur machen, ist gemeinhin bekannt und auf den neun vorhandenen Tracks scheinen sich vor allem Shouter Shaddix und Gitarrist Jerry Horton in bester Form zu befinden. Die Aufnahmequalität ist über alle Zweifel erhaben und die straighte Anfangshookline vom atmosphärischen „Lifeline“ kann durchaus für Gänsehaut sorgen. Das grandios vorgetragene „Scars“ und eine feurige Version von „Time Is Running Out“ beweisen, dass das vielfach kritisierte Quartett durchaus für große, modern angehauchte Songs sorgen konnte. Zu guter Letzt wird natürlich die Jahrtausendwende-Hymne „Last Resort“ durch den Fleischwolf gedreht, die auch zehn Jahre später noch für zustimmendes Kopfnicken sorgen kann.

„Time For Annihilation…“ bleibt als zweischneidiges Schwert in Erinnerung. Einerseits bekommen Fans einen wirklich guten Querschnitt der bisherigen, erfolgreichen Karriere der Weststaatler serviert, andererseits sorgen die neuen Tracks fast ausschließlich für Abschreckung, da PAPA ROACH das Feuer der alten Tage abhanden gekommen zu sein scheint. Für Fans stellt sich die Kauffrage aber ohnehin nicht und der Rest sollte wohl doch eher auf eine neue DVD warten. Essenziell ist anders!



Ohne Bewertung
Autor: Robert Fröwein (27.08.2010)

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