Jeff Beck - Emotion & Commotion

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VÖ: 00.04.2010
Bandinfo: Jeff Beck
Genre: Instrumental / Shred / Fusion
Label: Rhino Records
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Lineup  |  Trackliste

Ich gebe es gerne zu: Quasi-Instrumentalwerke von Saitenhexern aus aller Herren Länder treiben mir oft die Sorgenfalten ins Gesicht. Und dennoch ist die Versuchung groß, sich ein neues Werk von JEFF BECK anzuhören. Worte über einen der Götter der Rockgitarre zu verlieren, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Man kennt den guten Jeff ja nun nicht erst seit gestern und seine Fähigkeiten sind über jeden Zweifel erhaben. Zudem ist "Emotion & Commotion" eben doch nur ein "quasi-Instrumentalalbum", d.h. obwohl die Gitarre natürlich im Vordergrund steht, fiedelt sich Meister Beck nicht ins Nirwana. Auf mehreren Tracks ertönt sogar Gesang. Als Sängerinnen stehen dem Herren Beck übrigens Imelda May und - kaum zu glauben, aber wahr - Joss Stone zur Verfügung.

Doch trotz der grandiosen Fähigkeiten des Meister gilt es leider eine ernüchternde Bilanz zu ziehen:
Das Album könnte Fans der Rockmusik durchaus verstören. Beck arrangiert auf "Emotion and Commotion" auch bekannte Songs um, was nicht immer auf besonders "rockige" Art und Weise geschieht. Nein, "Emotion & Commotion" ist weich, schmeichelt dem Hörer um die Ohren und tja, langweilt bisweilen leider auch. Was bei "Never Alone" noch ganz gut funktioniert, wird bei "Corpus Christi Carol" oder "Serene" zur vertonten Langeweile auf hohem Niveau. Ähnliches gilt leider für "Lilac Wine", das ausschließlich von Imelda May's betörender Stimme gerettet wird. Ach ja, und Joss Stone? Nun, bei ihren beiden Beiträgen will sich einfach keine musikalsiche Homogenität offenbaren. Ihr kraftvolles, souliges Organ harmoniert kaum mit Jeff Beck's Gitarre. Eine wohltuende Ausnahme in dieser Arie der Ernüchterung bleibt "Over the Rainbow", das interessant (um-)arrangiert wird.

Gut, JEFF BECK hat anscheinend kein Ego-Problem. Er hat es nicht nötig, sich selbst permanent in den Vordergrund zu spielen. Ja, er ist auch gewillt zu experimentieren und schart zum Teil tolle MusikerInnen um sich. Doch der gute Wille bringt nur wenig, wenn man handzahm agiert und eine Mischung aus Rock, Klassik, Blues, Pop und weißderteufelnochwas kredenzt, die eben nicht begeistert, sondern viel zu brav vor sich hin plätschert. Ich will nicht verschweigen, dass die Chose handwerklich perfekt umgesetzt wurde. Doch ist das handwerkliche Können nur ein Teil des Rezensionsspektrums. Da die guten Songs ganz einfach fehlen, bleibt mir nichts anderes übrig als eine durchschnittliche Wertung zu publizieren. Es sei aber angemerkt, dass Freunde der ruhigen Klänge gerne einen Punkt addieren dürfen. Da stormbringer.at ein Magazin von Rock/Metalfans für Rock/Metalfans ist, bewegen sich diese Hörer aber am Rande unserer Zielgruppe. Man darf gespannt sein, ob auch JEFF BECK selbst sich noch weiter vom Rockzirkus entfernt. Die Tendenz ist auf "Emotion & Commotion" deutlich zu erkennen.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: El Greco (18.09.2010)

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