Grave Digger - The Clans Will Rise Again

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VÖ: 01.10.2010
Bandinfo: Grave Digger
Genre: Heavy Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

30 lange Jahre geistern Chris Boltendahl und seine abwechselnden Mitstreiter mittlerweile durch die Weltgeschichte. Dass die Totengräber dabei nicht nur wirklich tolle Alben („Heart Of Darkness“, „Ballads Of A Hangman“) an den Mann gebracht, sondern auch öfters ins Leere gegriffen haben („Rheingold“, „The Last Supper“), ist allgemein bekannt und sorgte auch redaktionsintern für divergierende Meinungen. Mit dem bereits 14. Studiooutput spannen die Ruhrpotter einen thematischen Bogen zum vielleicht größten Bandklassiker, „Tunes Of War“, und kümmern sich wieder um Menschen und Mystik der schottischen Geschichte. Ein Schelm, wer bei dieser koketten Annäherung an Kommerzanbiederung denkt…

Ohrenscheinlich wird die Rückkehr zur westeuropäischen Insel bereits beim Dudelsack-verzierten Intro „Days Of Revenge“, das aber nur zum knackigen und stahlharten „Paid In Blood“ überleitet. Die einmalig eingesetzten Twin-Gitarren des Vorgängers „Ballads Of A Hangman“ sind Vergangenheit, nach dem Split von Thilo Hermann und Gitarrenvirtuose Manni Schmidt hat Mister Boltendahl DOMAIN-Klampfer Axel Ritt als einzigen Saitenhexer rekrutiert. Der Power Metal Erprobte geht auf „The Clans Will Rise Again“ wesentlich melodischer und verspielter zu Werke, als sein eher ruppig auftretender Wegbereiter. Mit dem thrashigen „Hammer Of The Scots“ rühren GRAVE DIGGER noch einmal kräftig im metallischen Teutonen-Topf, bevor man mit „Highland Farewell“ und dem langweiligen Titeltrack leicht an Terrain verliert. Klar, schöne Dudelsack Melodien, bemühte Gitarrensolos und Boltendahls umstrittene Heavy-Röhre lassen für den gestandenen GRAVE DIGGER Fan keine Fragen offen, dennoch gehen die Westdeutschen im Laufe des Albums zu berechenbar ans Werk. „Valley Of Tears“ besitzt einen bandtypischen Sing-Along Refrain, das Keyboard-lastige „Whom The Gods Love“ nervt mit Boltendahls bekanntem Sprechgesang und das rifflastige „Coming Home“ ist – trotz eingängigem Epic-Refrain – nichts weiter als eine offensichtliche Kopie der deutschen Heavy Metal Geschichte. Spätestens das abschließende Slow-Tempo Heulstück „When Rain Turns To Blood“ zeigt, dass anno 2010 nur mehr GRAVE DIGGER Die-Hard Maniacs zum Albumkauf verleitet werden.

Im Vergleich zum etwas rescheren „Ballads Of A Hangman“ wirkt das schottische Geschichten-Lehrstück erstaunlich blutleer und austauschbar. Im Hause GRAVE DIGGER verlässt man sich nach wie vor auf die Wiederholung des eigenen Backkatalogs und das macht die Truppe – gelinde gesagt - stinklangweilig. Die Durchschnittswertung gibt’s nur für das erste Albumdrittel, das wirklich fetzig aus den Speakern röhrt. Gen Ende hin wird die Skip-Taste des Hörers bester Freund. „The Clans Will Rise Again“ gehört nicht zu den Tiefpunkten der Bandhistorie, das hart verdiente Geld sollte man aber vielleicht doch lieber in das bald erscheinende HELLOWEEN Album stecken…



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (30.09.2010)

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