Stahlmann - Stahlmann

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VÖ: 17.09.2010
Bandinfo: STAHLMANN
Genre: Industrial Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Heiteres Genre-Raten: Welche Musik macht wohl eine Band, die sich stilsicher STAHLMANN nennt? Genau - guten, alten, irgendwann einmal als Neue Deutsche Härte betitelten Industrial-Stoff. Wie immer bei Gruppierungen, die sich in dieses harte Geschäft vorwagen, kommen die ersten RAMMSTEIN-Vergleiche und man wird binnen weniger Sekunden als billiger Lindemann-Klon abgetan. OOMPH! ging es irgendwie ähnlich und auch EISBRECHER, MEGAHERZ und Konsorten müssen sich immer wieder mit diesen lästigen Vergleichen abspeisen lassen. Da könnten wir ja gleich jeden aktuellen Pop-Song mit den BEATLES vergleichen, dann kämen wir aus dem Schlamassel wohl nicht mehr so schnell heraus... Doch lassen wir das an dieser Stelle, ich wollte es nur einmal schnell loswerden...

Auf alle Fälle haben sich wieder einmal fünf beherzte Jungs unter dem Banner STAHLMANN zusammengetan, um uns deutschsprachigen Härte-Fans mal wieder eins auf die Ohren zu geben. Mit dem selbstbetitelten Debüt, eisenhartem Band-Schriftzug und gefrorenem Fronter auf dem Cover entsprechen STAHLMANN leider schon von sich aus den genreeigenen Trademarks, die so mancher Fan von einer gestandenen deutschen Metal-Band erwartet. Das macht obig genannte Vergleichsverschmähung natürlich etwas schwieriger, klingen STAHLMANN doch manchmal wirklich wie eine etwas modernere Fassung RAMMSTEINesker Klänge. Während "Willkommen" relativ eingängig daher kommt, ist das bereits vorab präsentierte "Hass Mich... Lieb Mich" fast schon eine Hommage an schon erwähnte Gruppierungen. Trotzdem fehlt den Stahlmännern aber irgendwie die letzte Konsequenz, um diese richtige Härte wirklich umsetzen zu können. Der meist eingängige Gesang, untersetzt mit teils poppigen Synthiesounds, macht aus "Stahlmann" zwar eine etwas leichtgängigere Art der Neuen Deutschen Härte, etwas mehr Bratensaft hätte an so mancher Stelle aber sicher nicht geschadet.

Auch wenn STAHLMANN für ihr Debüt keinen Musikpreis gewinnen werden, ist das Album auf eine bestimmte Art und Weise aber doch unterhaltend eingespielt worden. Textlich weniger provokativ ("Marschieren" versucht es, schafft es aber nicht wirklich?!), die Gitarren etwas zurückgedreht, dafür mehr Platz für Melodie und (Sprech-)Gesang - das sind STAHLMANN. Ein Album einer Band, die durchaus als gelungener EISBRECHER-Support durchgehen könnte, wenn die fünf Mannen ihre eiskalten Kollegen nicht schon zum Überholen ansetzen, denn dieser Sound ist trotz der leicht brachialen Ausrichtung mainstreamtauglicher als man meinen könnte...



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: mat (04.10.2010)

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