RHAPSODY OF FIRE - The Cold Embrace Of Fear

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VÖ: 15.10.2010
Bandinfo: RHAPSODY OF FIRE
Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Mit einem Nachschlag der besonderen Art melden sich die italienischen Hollywood-Metaller von RHAPSODY OF FIRE schon wenige Monate nach dem Release ihres aktuellen Full Length-Albums "The Frozen Tears Of Angels" zurück, und präsentieren mit dem neuen Silberling "The Cold Embrace Of Fear" einen neuen Song - ja, nur einen - auf einer schmucken EP, um wohl für die unverhältnismäßig lange Wartezeit zwischen den letzten beiden Alben zu entschädigen, die ihre Fans ja ob der rechtlichen Querelen mit dem ehemaligen Label Magic Circle Music in Kauf nehmen mussten.

Aber natürlich bedeutet "nur ein Song" bei RHAPSODY OF FIRE-Dimensionen eine mehr als stolze Spielzeit von 35 Minuten, und innerhalb dieser feuern die Italiener ein Soundtrack- und Metal-Feuerwerk ab, wie nur sie es beherrschen. Und klarerweise ist auch der "Song" in Wahrheit in mehrere Teile untergliedert, die aber doch recht fließend ineinander übergehen; wirkliche Stand-Alone-Songs sind dabei allerdings nur "The Ancient Fires Of Har-Kuun", das in bester Tradition der klassischen RHAPSODY-Überlängen-Tracks wie "The Mystic Prophecy Of The Demon Knight" steht, sowie "Neve Rosso Sangue", eine italienischsprachigen Ballade im Stile etwa von "Lamento Eroico", und "Erian's Lost Secrets", ein knackiger Mid-Tempo-Stampfer mit beeindruckender Gesangsleistung von Fronter Fabio Lione und wunderbar epischem Refrain.

Dazwischen gibt's dann atmosphärische Interludes und auch mal gesprochene Parts, die die neue Background-Story hinter den jüngeren RHAPSODY OF FIRE-Alben weiter ausbauen. Soweit, so gut - und alles in wunderbar traditioneller RHAPSODY OF FIRE-Manier mit viel Bombast, Orchester, Saitenhexerei, Chören, und überraschend rockig ausgefallenen Gitarren gestaltet. Nichts Neues also im Lande Italien, aber dafür bekannte Qualitäten erneut auf hohem Niveau, an das wenige andere der doch zahlreichen Nacheiferern auch nur annähernd herankommen.

Auf Grund der doch eher als EP konzipierten Struktur mit (noch) mehr Hörspiel-Elementen als bei RHAPSODY OF FIRE normalerweise gegeben, und dem Aufbau als grundsätzlich einer große "Suite", wenn man so will, ist "The Cold Embrace Of Fear" wohl als Einstieg ins Schaffen der Italiener nur bedingt geeignet; hier sollte man wohl doch eher zu einem "regulären" Album greifen. All jenen aber, die RHAPSODY OF FIRE bereits kennen, kann auch die aktuelle EP bedenkenlos ans Herz gelegt werden; und der etwas günstigere EP-Preis macht die Sache dann nochmal eine Ecke interessanter. Da man ob des hohen Hörspiel-Faktors ja schon nicht mehr wirklich von einem klassischen Album sprechen kann, entzieht sich "The Cold Embrace Of Fear" auch einer Bewertung nach gewohnten Standards - so viel sei aber gesagt, die neuen Songs sind durch die Bank gut ausgefallen, und Fans der Truppe werden damit sicher ihre Freude haben. Alle anderen sollten vielleicht erstmal probehören, ob sich für sie die Investition lohnt; zugegebenermaßen gibt's aber im Melodic Metal-Sektor sicher weitaus schlechtere Wege, sein Geld anzulegen.



Ohne Bewertung
Autor: Dragonslayer (17.10.2010)

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