Arckanum - Sviga Læ

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VÖ: 18.10.2010
Bandinfo: ARCKANUM
Genre: Black Metal
Label: Regain Records
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Lineup  |  Trackliste

Es gibt schon wieder Neues aus dem Hause des schwedischen Kultprojekts ARCKANUM zu vermelden. Nach dem 2008er Meisterwerk 'Antikosmos' und dem ein Jahr darauf erschienenen, eher experimentell ausgerichteten 'ÞÞÞÞÞÞÞÞÞÞÞ', lässt Chaosgnostiker Johan 'Shamaatae' Lagher seinen mittlerweile sechsten schwarzmetallischen Auswurf unter dem Titel 'Sviga Læ' auf die Metalgemeinde los.
Die Scheibe wird diesmal jedoch vom recht bekannten schwedischen Label Regain Records veröffentlicht, weshalb einige Stimmen aus dem Underground ARCKANUM schon Ausverkauf vorgeworfen haben.
Dass dem natürlich nicht so ist, will Meister Shamaatea beweisen, indem er ankündigt sich auf dem neuen Album auf alte Großtaten zurückbesinnen zu wollen.

Textlich dreht sich auf 'Sviga Læ' alles um Surtr, den Giganten und Herrscher über die Welt der Flammen Múspellzheimr und um Loki, den feurigen Giganten und Erzfeind der Welten. Da dies schon recht obskur klingt, passt es umso besser, dass die Lyrics in einem wie immer unverständlichen, altschwedischen Dialekt verfasst sind.

Doch nun zur musikalischen Seite der Scheibe:
Eingeleitet vom wunderbar räudigen 'Læ Elr' werden wirklich Erinnerungen an die spätneunziger Alben 'Kostogher' und 'Kampen' wach. Dazu passt der etwas dreckige, aber immer ansprechende Sound nahezu perfekt, während Mastermind Lagher sein typisches, furchteinflößendes Krächzen von sich gibt. Der nächste Song 'Gylðir Algørir' ist in Sachen Eingängigkeit, wenn man diesen Begriff überhaupt mit ARCKANUM in Verbindung bringen kann, fast nicht zu überbieten und kann mit einem hochmelodischen Riff aufwarten.
Auch das dritte Stück 'In Følva Felr' weiß durchaus zu gefallen. Dieser rein instrumental gehaltene Track kann mit beinahe post-rockigen Gitarrenklängen punkten und zeigt die Band von ihrer bisher experimentellsten Seite.

Zwar sind die restlichen fünf Songs auch mehr oder weniger gut gelungen, doch qualitativ kommen sie nicht an diese drei Klangkunstwerke heran.
Vor allem gegen Ende des Albums schleicht sich zunehmende Zähigkeit ein, welche im ziemlich uninspiriert vorgetragenen 'Andskoti Ferr Austan' mündet.
Versöhnlich gestimmt wird man schließlich vom recht flotten 'Múspellzheimr Kemr', auf das mit 'Røk' ein äußerst minimalistisches, aber umso wirkungsvolleres Akustikoutro folgt.

Abschließend lässt sich sagen, dass Oberhexer Shamaatae mit 'Sviga Læ' ein durchaus gutes, jedoch keinesfalls überragendes Album geschaffen hat.
Fans der schwedischen Institution in Sachen Kult Black Metal dürfen also beruhigt zugreifen und werden höchstwahrscheinlich auch zufrieden mit dem Haupt nicken. Neulinge, denen ARCKANUM erst seit dem Labelwechsel bekannt ist, dürfen sich aufgrund der hohen Eingängigkeitsquote des Songmaterials ebenfalls Gedanken über einen möglichen Erwerb der Scheibe machen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Johannes Deml (26.10.2010)

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