Gwar - Bloody Pit Of Horror

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VÖ: 12.11.2010
Bandinfo: GWAR
Genre: Heavy Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Amerikas kultigstes Horrorquintett GWAR scheint in eine unaufhaltsame Arbeitswut gefallen zu sein. Nicht anders ist es zu erklären, dass das mittlerweile zwölfte Album „Bloody Pit Of Horror“ bereits ein Jahr nach dem fetzigen „Lust In Space“ in den Läden steht. Wenn man auch das ausgiebige Touring – unter anderem wurde zu Sommerbeginn auch die Wiener ((szene)) angepeilt – in Betracht zieht, scheinen Sänger Oderus Urungus und seine maskierten Spießgesellen sichtlich keine Zeit verlieren zu wollen.

Die Besetzung ist diesmal gleich geblieben, das Thema hat sich gewandelt. „Bloody Pit Of Horror“ setzt thematisch nämlich beim gleichnamigen italienischen C-Movie aus dem Jahr 1965 an, bei dem ein Fotograf ein paar Models zu einem Shooting für ein Buchcover einlädt, bevor man auf die Reinkarnation des ultimativ Bösen trifft, das sein jahrhundertealtes Schloss vor Eindringlingen schützen will. So austauschbar und unspektakulär wie die Handlung dieser Trash-Perle klingt leider auch die musikalische Umsetzung des 25-Jahre Jubiläumsalbums der „Scumdogs Of The Universe“. Der oben angeführte Film wird vierteilig in Szene gesetzt und schon nach dem ersten Drittel des Albums wird der typische GWAR-Hörer seine Enttäuschung nicht verbergen können. Mit dem Opener „Zombies March!“ thrashen die Extraterrestrischen in bekannter Kompromisslosigkeit durch die Galaxien, doch schon auf dem Slow-Tempo Langweiler „Come The Carnivore“ scheint ihnen das Benzin auszugehen. „A Gathering Of Ghouls“ erweist sich recht schnell als knarzig-tightes Albumhighlight, das Tracks wie das fade Sprechgesang-Stück „You Are My Meat“ oder das überhastige „KZ Necromancer“ klar in den Windschatten stellt. War auf „Lust In Space“ noch ein durchgängig hoher Qualitätslevel zu erkennen, ergehen sich GWAR auf dem neuen Silberling viel zu oft in (misslungene) Experimente. Das ist insbesondere schade, da man mit dem fetzigen Punk-Thrasher „Beat You To Death“ oder der Riff-Schlachtplatte „Hail, Genocide!“ durchaus starkes Material am Start hat.

Neben der Vielzahl an austauschbaren Songs ist „Bloody Pit Of Horror“ auch erstaunlich kurz ausgefallen, was angesichts des vorhandenen Stoffes keine kollektive Trauerstimmung heraufbeschwören wird. Neben den überbordenden Thrash-Wurzeln vermengen die Blut- und Eiterzombies ihr Kotzgebräu auch wieder mit den bekannten Heavy-, Punk- und Core-Zitaten, die zumindest das gewohnte Maß an Abwechslung widerspiegeln. Insgesamt fällt der horröse Blutpit aber erschreckend durchschnittlich aus und kann nur dank der wenigen, wirklich druckvollen Songs eine schlechtere Bewertung verhindern. Vielleicht sollten die Jungs ihr Broadsword doch etwas seltener schwingen…



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (08.11.2010)

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