CRUCIFYRE - Infernal Earthly Divine

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VÖ: 25.10.2010
Bandinfo: CRUCIFYRE
Genre: Thrash Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste

Die Gräber werden heuer ganz schön oft geöffnet. Nach mehr oder weniger starken Alben von Landsmännern wie GRAVE, INTERMENT oder NECRONAUT legt jetzt auch die All-Star Truppe CRUCIFYRE ein Album vor. Gegründet von Drummer Yasin Hillborg (AFFLICTED) tummeln sich bei den (na no na) Stockholmern mehr oder weniger bekannte Szenemusiker die sich bereits bei Bands wie GENERAL SURGERY, MAZE OF TORMENT oder REGURGITATE profiliert haben. Musikalisches Können darf hier also vorausgesetzt werden, nach dem 2006er „Thessalonian Death Cult“ Demo haben sich die Schwerbeschäftigten endlich einmal Zeit für das Debütalbum genommen.

Den Joker braucht man hier wohl nicht einzusetzen, Herkunftsort und eingangs erwähnte Vergleichbands bestätigen bereits, dass es sich bei CRUCIFYRE um waschechte Old School-Deather handelt. Neben dem miefigen, urschwedischen Katakomben-Sound haben die Burschen auch die alten SLAYER wohl das eine oder andere Mal zu oft gehört. Bereits der Opener „Born Again Satanist“ vermischt eindeutige „Raining Blood“ Zitate in das stumpfe Todesblei. Dass „Thessalonian Death Cult“ anfangs aber fast ident mit dem unsterblichen „South Of Heaven“ ist, kann nicht mehr als Hommage gewertet werden. Derart schamlos hat schon lange keine Band mehr bei den Thrash-Göttern geklaut und dafür soll sie der Engel des Todes holen! Ansonsten muss man CRUCIFYRE aber doch Mut zur Abwechslung zusprechen. Den x-ten Aufguss hauptstädtischer Elchkost überbrücken Sänger Erik Tormentor Sahlström und Konsorten durch etliche Seitensprünge in verwandte Genres. „Kiss The Goat“ erinnert partiell an die verblichenen LORD BELIAL, das epische „Hellish Sacrifice“ leitet mit beruhigender Frauenstimme in einen Rifforkan und das gruftige „Witch Hammer“ könnte glatt das Kind aus einer Menage a trois von DARKTHRONE, VENOM und HELLHAMMER sein. „…Of Hell“ nimmt gar doomige Anleihen an den almighty BLACK SABBATH. Wirklich raus geht die Luft erst am Ende, wo man mit „Hail Satan“ (wie einfallsreich…) und „The Fetching“ zwei austauschbare Schema F Tracks auf die Langrille packt.

CRUCIFYREs Exkurs in die schwedische Extrem-Metalgeschichte birgt nicht eine Minute Innovation, doch die meist geschickt gewählte Vermischung der unterschiedlichen Stile macht aus „Infernal Earthly Divine“ ein passables Stück Hartstahl. Die allzu offensichtlichen SLAYER und auch POSSESSED Parallelen, die sich ab und an in das Gesamtwerk schleichen, fangen aber schnell zu nerven an. So ist dieses ereignislose Old-School Death Brett ein must have für die lederjackentragende Alleskauf-Zielgruppe. Alle anderen werden mit INTERMENT oder DISMEMBER bestimmt mehr Freude haben.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (28.11.2010)

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