Spirit Descent - Doominion

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VÖ: 00.09.2010
Bandinfo: Spirit Descent
Genre: Doom Metal
Label: Eyes Like Snow
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Lineup  |  Trackliste

SPIRIT DESCENT sind eine dieser Bands, die wohltuend altbacken zu Werke gehen und komplett auf Trendhascherei verzichten. Wenn also jemand Musik abseits des Zeitgeistes nicht zu schätzen weiß, dann kann er hier gerne aufhören zu lesen. SPIRIT DESCENT veröffentlichen nun endlich ihr reguläres Debut namens “Doominion“ und kredenzen uns hierbei Doom Metal der ganz traditionellen Art. Modernität und psychedelische Aspekte sucht man vergeblich. Drone-Einflüsse ebenso. Auf “Doominion“ regieren die dicken Riffs und der klare, hohe Gesang von Sänger Jan Eichelbaum.

Jener macht seinen Job eigentlich sehr gut, doch werden manche Doom-Jünger ob seiner hellen Stimme eventuell unzufrieden mit der Vokalleistung sein: Eichelbaum hat definitiv nicht jenes unglaubliche Timbre eines Messiah Marcolin und nicht jenen Pathos eines Rob Lowe. Und doch verleiht diese für das Doom-Genre ungewöhnliche Stimme der Musik von SPIRIT DESCENT einen ganz eigenen Touch, der aber ausschließlich subjektiv zu beurteilen ist.

Bereits der sehr traditionell gehaltene Opener “Doominion“ beweist, dass die Chose alle von Doom-Freunden gewünschten Kriterien beinhaltet. Dicke Lava-Riffs in Moll walzen durch diesen Song und hinterlassen nichts außer verbrannter Erde. So geht es auch in weiterer Folge traditionell-düster zur Sache: “Land of Tears“ überzeugt mit einem geschickt arrangierten Spannungsaufbau, "In Hatred“ gefällt als quasi high-speed Doomtrack (ja, ich bin mir des Paradoxons bewusst) mit seinem dicken Groove, während “Path of Doom“ wieder die Uraltkeule auspackt und Referenzen zu BLACK SABBATH und PENTAGRAM zulässt. In der zweiten Albumhälfte ist dann leider nicht mehr alles bitterschönes Verderben was walzt, bzw. Gold was glänzt: “Demons“ erhebt sich leider in all seiner Spielzeit nicht gen Überdurchschnittlichkeit und auch das mit Growls (!) versehene “Of a nation Forlorn“ kann nicht begeistern, sondern lediglich zufrieden stellen. Den Doom Göttern sei Dank verabschieden sich SPIRIT DESCENT mit einem feinen Rausschmeisser namens “Stranger on Earth“, bei dem alle Stärken der Band vereint wurden: Traditionelle Riffs und ein einprägsamer Gesang sorgen für eine düster-schaurige Atmosphäre, die ohne zu viel Pathos auskommt.

“Doominion“ stellt ein gutes Erstwerk mit kleinen Schwächen dar. Freunde von CANDLEMASS oder SOLSTICE sollten mal ein Ohr riskieren und dieser traditionell gehaltenen Veröffentlichung eine Chance geben. SPIRIT DESCENT machen keine Musik für die breite metallische Masse und werden bei jungen Hörern wahrscheinlich auf Unverständnis stoßen. Doch jene Liebhaber des dezent angestaubten Doom Metals werden mit “Doominion“ ihre dunkle Freude haben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (26.12.2010)

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