Der W - Autonomie!

Artikel-Bild
VÖ: 03.12.2010
Bandinfo: Der W
Genre: Rock
Label: 3r Entertainment
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

Mit den BÖHSEN ONKELZ hat Stephan Weidner alias DER W Geschichte geschrieben. Nach deren Auflösung hat er sich entschieden, solo unter dem Banner DER W weiter zu machen und das höchst erfolgreich. Sein Debüt "Schneller, Höher, Weidner" hat nicht nur verkaufstechnisch, sondern auch mit manchem eingängig-kritischen Rock-Song im Prinzip ganz gut überzeugen können. Ende 2010 steht nun also der viel erwartete Nachfolger in Form von "Autonomie!" an. Ein Albumtitel, der Programm ist, denn DER W will sich variabel und eigenständig zeigen...

Und das schafft er mit dem vorliegenden 15 Track-Album auch, denn Weidner und seine Hintermannschaft spielt sich durch ein rockiges Programm, das von düsteren, gehauchten, mit Metal-Riffs unterlegten Titeln ("Furor") bis hin zu eingängigen, relaxten Titel ("Nein, nein, nein") hat "Autonomie!" nämlich einiges zu bieten; vor allem Abwechslungsreichtum! Obwohl die "Ode an die Zeit" und die fast gleichnamige "Ode an den Raum" alles andere als sinnvoll sind, legt die Platte mit dem eben erwähnten "Nein, nein, nein", dem groovigen "Mamas kleines Monster" und dem 'Titeltrack' "Autonomie des Ichs", das vor allem durch die gute Gesangslinie punkten kann, gleich gehörig los. Der Hörer, respektive ich, ist überaus positiv überrascht, doch leider geht es in weiterer Folge nicht mehr so intelligent-eingängig weiter. "Urlaub mit Stalin" klingt zwar relaxt, Vergleiche wie 'lieber Urlaub mit Stalin, als dich zur Gemahlin' sind aber einfach so platt und historisch unpassend, dass es richtig nervt und die Qualität der Songs herabmildert. Ähnlich verhält es sich bei "Fleisch". In RAMMSTEINesker Intonierung wird der Verzehr und die Bearbeitung von Fleischprodukten kritisiert, der Sound passt aber leider überhaupt nicht zu Herrn W und auch die Botschaft wirkt trotz guten Reimen etwas aufgesetzt.

Während düstere Titel wie "Furor" oder das lange, zuerst akustisch, dann rockige "Schlag mich (bis ich es versteh)" wieder gefallen, fährt "Sekte oder Selters" mit seiner platten religiösen Kritik erneut auf der falschen Botschaftsschiene und "Machsmaulauf" ist nicht mehr als ein netter, durchschnittlicher Protestrocker. Und damit wären die Hoch- und Tiefpunkte von "Autonomie!" auch schon abgehandelt. Live funktionieren einige Titel mit Sicherheit hervorragend, auf Konserve ist so mancher Song aber etwas zu einfallslos, um einen wirklich vom Hocker zu reißen. Für Fans des DER W-Debüts ist auch "Autonomie!" ein absoluter Pflichtkauf und auch wer auf schnellen, kritischen Deutsch-Rock steht, der nicht nur über Liebesprobleme berichtet, ist bei Herrn Weidner mehr als richtig! Wir freuen uns auf die Tour und... ach ja... "Autonomie!" ist nett und gut, mehr aber nicht...



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: mat (22.12.2010)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: VADER - Solitude In Madness
ANZEIGE