OCEANO - Contagion

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VÖ: 17.01.2011
Bandinfo: OCEANO
Genre: Deathcore
Label: Earache Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

„OCEANO is the heaviest, most pissed off band from the planet” – wenn sich eine Band auf ihrer MySpace Seite derart anbiedernd selbst inszeniert, runzeln sich bei mir schon einmal automatisch die Stirnfalten. Zudem hat der hochgeschätzte Kollege Reini kein gutes Haar am 2009er Debütwerk „Depths“ gelassen. Auf dem Nachfolger „Contagion“ hat der Chicago-Fünfer (in Nordamerika gibt’s das Album schon seit Anfang November 2010) die Spielzeit glücklicherweise um eine gute Viertelstunde gestrafft, was der Konzentration des Deathcore-Zielpublikums mit Sicherheit zuträglich ist.

Auf dem Krachlabel Earache Records sind die Wüstlinge auf jeden Fall gut untergebracht, an der amerikanisch-populären Formel leicht angefrickelten Death Metal mit traditionellen Hardcore-Zitaten zu vermengen, hat sich bei OCEANO nichts geändert. Das bringt zwar ein knackig produziertes und auf maximale Gewalteruption ausgelegtes Album mit sich, lockt dem unbedarften Hörer aber schon nach wenigen Tracks erste Gähner aus dem Rachen, da sich das offensichtlich getriggerte Vergnügen zu oft wiederholt und absolut keinen Neuigkeitswert darstellt. Der Promosheet trifft jedenfalls voll ins Schwarze, wenn die Jungs mit WHITECHAPEL oder THE ACACIA STRAIN verglichen werden. Gibt man noch eine Prise JOB FOR A COWBOY und DESPISED ICON in den Topf, kann man sich OCEANO bereits als Gesamtwerk heraus addieren. Durchaus vorhandene lichte Momente müssen den Burschen trotzdem attestiert werden. „The Contaminated“ überzeugt etwa mit ungewohnter Abwechslung, bedrohlichen Sample-Einsprengseln und Adam Warrens durchdringendem Gegröle, mit „Exist In Confinement“ haben OCEANO sogar einen lupenreinen Death/Thrasher samt akustischem Intro am Start. Auf „Remnants Aflame“ bekommen die unvermeidlichen Dauer-Breakdowns durch ein Doublebass-Stakkato auch mal ordentlich Drive, anstatt nur im sicheren Genre-Fahrwasser dahin zu tümpeln.

Alles in allem werden OCEANO aber auch mit „Contagion“ kein neues Publikum finden. Zu austauschbar und uninteressant hat man den Deathcore-Brei zusammengemixt, wirklich zünden tut das Material höchstens live auf der Bühne. Musikalische Fertigkeiten sind eben nicht alles, obschon man dem Quintett das Können nicht absprechen kann, hapert es halt leider am Gesamtpaket. Mit „Contagion“ werden OCEANO abermals einen europäischen Bauchfleck landen.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (07.01.2011)

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