Sulphur - Thorns in Existence

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VÖ: 19.03.2010
Bandinfo: Sulphur
Genre: Black Metal
Label: Dark Essence Records
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Lineup  |  Trackliste

Seit mehreren Jahren werden die Norweger Sulphur als der nächste große Extreme Metalwurf aus Norwegen gehandelt und zumindest im Jahr 2007 standen die Zeichen hierfür recht gut. Nach den im Underground zumindest als überdurchschnittlich wahrgenommenen Demos A Relic for the Damned (2000) und Ourburst of Desecration (2005) konnten die Jungs aus Bergen einen Deal bei der renommierten französischen Plattenfirma Osmose Productions an Land ziehen.

Gerade das 2007 erschienene Album Cursed Madness sorgte bei vielen Extreme Metal-Jüngern für feuchte Augen, hoffte man doch damals, dass sich eine neue Form des Death Metals aus Norwegen innerhalb des Gesamtgenres etablieren würde, man denke bspw. an die Veröffentlichungen von Zyklon, Blood Red Throne, Cadaver, Cadaver Inc., Gorelord, The Allseeing I, mehr oder weniger Grimfist oder auch an Allfader.

Der Übermacht des kommerzialisierten Black Metals war und ist jedoch kein Kraut gewachsen und somit dürfte auch das 2009 erschienene Album Thorns of Existence, das von Dark Essence Records (Nor) veröffentlicht wurde, trotz seiner musikalischen Qualität höchstens eine Fußnote aus skandinavischen Landen bleiben. Dabei darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass dieser Umstand auch zum Teil selbstverschuldet ist. Betrachtet man die Farbkonstellation des Albums, so fällt unweigerlich auf, wie stark sich diese durchaus innovative Band vom Zeitgeist beeinflussen lassen hat. Gold auf Schwarz? Das kennen wir bereits von Satyricon, Secrets of the Moon und anderen Gucci und Dolce & Gabbana-Schwarzmetallern.

Auch die Produktion ist keine sonderliche Überraschung. Es kommt einem vor, als ob Satyr den Jungs eingeredet hätte, dass der Gitarrensound von The Age of Nero der einzig Richtige für Norweger sei. Die Songs selbst hingegen sind völlig in Ordnung und rein spielerisch deutlich über dem Niveau anderer Extreme Metal-Kapellen. Auffällig ist im Speziellen das Feingefühl bei der Auswahl der Gitarreneffekte.

Besonders empfehlenswert ist der Track True Father of Lies, der gitarrentechnisch ohne Ende ballert und bei einem zukünftigen Auftritt der Band sicherlich derartig in die Magengruben der Zuhörer drückt, dass der/die eine oder andere Zartbeseitetere das Weite suchen wird. Aber auch der Song Throne of Illusion ist rein stimmungstechnisch als abartig zu bezeichnen. Knallhartes Geballer trifft auf an Zirkusmusik erinnernde Einschübe. Ganz anders der Track Luna Noctiluca: Hier wird leicht dahingerockt, der Kreischgesang teilweise durch Klargesang und geflüstertes Gekrächze ersetzt. Mir stellt sich aber die Frage, wer so ein Album kaufen soll? Nun, mit Sicherheit alle, die sich in die Alben von Vulture Industries, Eschaton, Aeternus, Black Hole Generator, vielleicht Abigor oder auch Pantheon I verliebt haben, viele andere werden allerdings zu Thorns in Existence nur schwer einen Zugang finden.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: jegger (06.01.2011)

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