DIABOLICAL - Ars Vitae

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VÖ: 21.01.2011
Bandinfo: DIABOLICAL
Genre: Thrash Metal
Label: ViciSolum Productions
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die Schweden DIABOLICAL waren noch nie die fleißigsten Drohnen unter der Erdensonne. Die hier vorliegende Mischkulanz aus neuem Studiomaterial, Liveaufnahmen und altem Stoff ist das erste Lebenszeichen nach knapp drei Jahren, zwischen „A Thousand Deaths“ und der letzten Full-Length „The Gallery Of Bleeding Art“ sind gar sechs Jahre ins Land gezogen. Der Grund dafür ist aber nicht etwa grenzenlose Faulheit sondern ein sich ständig drehendes Line-Up Karussell und die Vielbeschäftigung von Sänger, Gitarrist und Bandkopf Sverker „Vidar“ Widgren, der vielen Bands in seinem Necromorbus Studio die Regler ansetzt. Da eine übliche Bewertung in diesem Fall nicht möglich ist, wird „Ars Vitae“ folglich in drei Teilbereiche zerstückelt.

Der Songwritingprozess ist bei DIABOLICAL wieder nur halbherzig betrieben worden, sind doch nur vier von 17 Tracks als neu zu definieren. Und selbst hier haben die Skandinavier stark gemogelt. Der Opener „Ortus“ ist nur ein gesampeltes Geräuschintro, erst mit „Sightless 6“ schnallen sich Widgren und Co. die Instrumente um. Wesentlich breiter aufgestellt haben sich DIABOLICAL anno 2011, neben dem bekannt melodischen Schweden-Tod lassen die Jungs wesentlich mehr Thrash einfließen und sperren die Schwarz-Anteile der Vergangenheit völlig aus. Mit sieben Minuten gerät der Song leider viel zu lang. Nachdem sich auch „Infvitabile Fatvm“ als akustisches Interludium herausstellt, kommt sich der Hörer schon leicht geschröpft vor. Mit dem visualisierten (Video siehe unten!) „Eye“ wandelt man partiell sogar auf BELPHEGOR-Pfaden, lässt den Song aber ungewohnt maschinell und halbgar geraten. Gute Werbung für ein folgendes volles Album sieht anders aus…
Wertung: 2,5/5

Wesentlich besser wirken da schon die alten Hadern, die man als 9-trackiges Livekonzert auf „Ars Vitae“ serviert bekommt. Wo die Vergangenheitsreise aufgenommen wurde, ließ sich nicht recherchieren, der fast schon klinisch perfekte Klang lässt aber zumindest darauf schließen, dass Meister Widgren hier mit Sicherheit noch einmal Hand angelegt hat. Am Songmaterial gibt’s weder für den DIABOLICAL Kenner, noch für den bislang an der Band vorbeigeschrammten Liebhaber nordischer Death/Black Kunst etwas auszusetzen. Bei einer Retrospektive aus schmissigen Rifforgien („The Gallery Of Bleeding Art“), soloveredelten Nackenschüttlern („The One Who Bleeds“) oder aggressiven Höllengeburten („Vertigo“) der letzten zehn Jahre, verkrampfen sich die Finger automatisch zu Pommesgabeln und zeigen leider auch, um wie viel dynamischer, frischer und spannender die alten Songs im Vergleich zum Eingangsmaterial sind.
Wertung: 4/5

Abgeschlossen wird das gute Paket mit dem Re-Release der einst auf 1000 Stück limitierten und längst vergriffenen Debüt-EP „Deserts Of Desolation“, die so gar nichts mit den DIABOLICAL der Neuzeit zu tun hat. Am Mikrofon stand damals noch SETHERIAL-Keifhals Magnus Ödling, der die fünf Tracks allein schon stimmlich in die Black-Ecke drängte. Riffs, Melodiebögen und Zusammenspiel waren natürlich noch ziemlich holprig und primitiv, die deutlichen Old-School Death-Einflüsse und die Liebe zur Musik fühlt man aber nicht zuletzt auch bei den wummernden, einfach produzierten Doublebass-Teppichen des einstmaligen Stockschwingers Lars Söderberg. Bei weitem keine Offenbarung, aber ein reumütiger Blick in die Vergangenheit.
Wertung: 2/5

Für Sammler und Fans ist der zusammengeschusterte Silberling natürlich ein Pflichtkauf, der unbefangenen Klientel soll aber doch er eines der beiden letzten, eingangs erwähnten Studioalben empfohlen werden. Und warum zur Hölle haben DIABOLICAL das völlig idente, nur farblich ausgefüllte Cover der letzten ORCUSTUS?



Ohne Bewertung
Autor: Robert Fröwein (10.01.2011)

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