Impiety - Worshippers of the Seventh Tyranny

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VÖ: 24.01.2011
Bandinfo: IMPIETY
Genre: Black / Thrash Metal
Label: Agonia Records
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Lineup  |  Trackliste

Ach, ist es nicht schön, wenn Leute aussehen wie die Musik, die sie machen? Also quasi Corpsepaint für Black Metal, zerissene Stone Washed Jeans und Turnschuhe für Death und Thrash Metal, oder hochgetakeltes Haar und Make-Up beim guten alten Glam Metal. Nein? Naja zum einen bin ich klar gegen einen „Dresscode“ im Metal, doch was sich manchmal Black Metal nennt ist mir wirklich ein Dorn im Auge. Doch yeah, um jetzt mal zu sagen worauf ich hinaus will: IMPIETY melden sich mit einem neuen Album zurück. Ja genau, die Satanic Metal Skinheads. Die, die auf den meisten Bandfotos mit Patronengurten, übergroßen Nagelarmbändern und fein polierten Glatzen zu sehen sind. Das nenne ich Herz und Seele in seine Musik stecken, sein extremes Textgut auch auf sein Äußeres zu übertragen und, im Falle des Black Metal´s, einen Pakt mit dem Teufel zu schließen. So etwas wird natürlich besonders im Death/Black Metal fasst immer übertrieben, was auch immer öfter zu Kritik führt. Ich empfehle einfach mal die YouTube Videoreihe „666 at Calling Death“ anzusehen, was in meinem Fall dazu führte, dass mir CARCASS vollkommen unsympathisch wurden. Damit das hier nicht in eine Kolumne ausbricht, komm ich zum Ende dieser etwas anderen Einleitung. Das neue IMPIETY Album ist wie gewohnt im War Black Metal Gewand und wieder voll auf die Fresse (oida!!!). Anstatt mehrerer Titel gibt es auf 'Worshippers of the Seventh Tyranny' nur ein überlanges Lied, welches mich allerdings nicht stört, da ich das Vor- und Zurückspulen schon allein durch meine Tapes drauf habe.

Gestartet wir alles mit einem „Intro“, welches sich für mich durch nicht zu definierende Instrumente (?) auszeichnet. Dann geht es aber typisch durcheinander los und der Gesang ertönt. Schon nach zwei Minuten werden die ersten, wirklich hervorragenden, Soli auf mich geschleudert. Nicht ultrakompliziert, aber dafür äußerst effektiv und passend. Man merkt schnell, dass IMPIETY hier keine Sekunde des wirklich langen Liedes ungenutzt lassen wollen. Als mehr oder weniger kleine Erholungsphase für den Hörer und wahrscheinlich auch für die Musiker wechselt nach ca. acht Minuten das Geshredde in ein recht schleppendes Tempo, was mir doch recht gelegen kam. Ohne Vorbereitung geh es danach auch gleich wieder in die Vollen. Obwohl, irgendwie auch doch nicht. Kaum sind wieder zwei Minuten vergangen, senkt sich das Tempo auch schon wieder und das soll auch nicht das einzige Mal bleiben. So langsam beschlich mich das Gefühl, dass es sich bei „Worshippers of the Seventh Tyranny“ nicht um ein War Metal Stück mit etwas langsameren Parts handelte, sondern umgekehrt. Also ein langsameres Lied, welches wie ein Panzer rollt und dabei ein paar schnellere Parts enthält. Gut, ich habe mich auch schon vorher gefragt, wie man bitteschön ein Lied dieser Black Metal Richtung fertigbringen soll. Klar, die Riffs sind nie wirklich hyperkompliziert, aber dafür meistens so schnell gespielt, dass selbst ein erfahrener Musiker, nach mehreren Minuten des Spielens, auch mal eine Pause einlegen muss. Mit dem langsamen Tempo ist das natürlich mehr oder weniger klug gelöst. Nur leider mangelt es wirklich an den entscheidenden Stellen. Oft wird die Musik bis zum Platzen gesteigert und dann, wenn mir schon einer abgeht vor Vorfreude auf den kommenden Part, kommt verdammt noch mal nichts! Meistens wird einfach der schleppende Riff fortgeführt und lässt mich ernüchtert zurück. Zum Ende hin treten zwar immer mehr schnell gespielte Riffs auf, welche aber durch extrem nervige Hintergrundklänge wieder zunichte gemacht werden. Solche, mit dem Computer eingefügten, Klänge gehören nicht wirklich zum War Black Metal und unterstützen keinesfalls die Härte, welche hier leider nur selten zu finden ist.

'Worshippers of the Seventh Tyranny' wäre als kurzes Lied oder vielleicht als EP gut angekommen. Aber das mir die Menschen von IMPIETY dieses langweilige Stück als ganzes (!) Album verkaufen wollen, finde ich schon etwas heftig, da ich von solchen Bands immer kurze aber knackige Songs erwarte und nicht so ein langes Low Tempo Lied mit rar gesäten schnellen Einlagen. Ich bin von diesem Album wirklich bitter enttäuscht und das obwohl ich es doch in den ersten paar Minuten noch als richtig geil empfunden habe.



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Oliver Wilde (16.01.2011)

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