Destruction - Day Of Reckoning

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VÖ: 18.02.2011
Bandinfo: DESTRUCTION
Genre: Thrash Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Gegenwärtig von einem Thrash-Revival zu sprechen, wäre wohl nicht untertrieben. Auch die alte Germanenschule des Thrash mit Bands wie KREATOR, SODOM und TANKARD veröffentlichte wieder starke Alben. DESTRUCTION waren mit "D.E.V.O.L.U.T.I.O.N." mein Sorgenkind aus dieser Riege. Diese Veröffentlichung klang doch etwas blutleer und konnte nicht mit frischen Ideen punkten. Nein, "D.E.V.O.L.U.T.I.O.N." wirkte zu routiniert um zu begeistern. Würde DESTRUCTION's Stern am Thrash Himmel gar zu sinken beginnen?

"Day of Reckoning" gibt - das nehme ich mal vorweg - keinen Anlass zur Sorge. Ob es nun an Neudrummer Vaaver oder ganz einfach an einer erhöhten Kreativität liegt, wage ich nicht zu beurteilen. Tatsache ist, dass "Day of Reckoning" wieder all das in sich vereint, was DESTRUCTION zu einer der wichtigsten Thrash Bands des Planeten werden ließ. Die Gitarren stehen wieder mehr im Vordergrund und lassen die Songs frischer und erdiger klingen. So nachzuhören u.a. beim Opener "The Price", bei dem der spitze Schrei Schmiers zu Beginn auch gleich mal die Richtung vorgibt: Die Drums rattern, die Riffs brettern..... Ja, so muss das klingen!

In dieser Marschrichtung geht es weiter: "Hate is my fuel" kommt ohne Schnickschnack und Spielereien aus. Das Ziel niemals aus den Augen lassend, kommt man schnell auf den Punkt und überzeugt mit prägnanten Riffs und geschicktem Gitarrenspiel. Ähnliches gilt für "Devil's Advocate", "Misfits" und das wunderbar retro klingende "Sorcerer of black magic". Der letztgenannte Song klingt wie eine Mischung aus Ami-Speed Metal Bands der Frühneunziger und - surprise - alten DESTRUCTION. Das fetzige "Church of Disgust", sowie der starke Titelsong mit seinem eventuell etwas ungewöhnlichen, weil langsameren Refrain, wissen ebenfalls gnadenlos zu überzeugen. Zu nennen wäre noch "Armageddonizer": Dieser Track unterschiedet sich doch deutlich vom Rest, weil er mehr gen Rock schielt und der Refrain etwas aufdringlicher ausgefallen ist. Dies mag für manche Fans etwas gewöhnungsbedürftig klingen, tut der Abwechslung aber sicherlich gut.

Insgesamt ist "Day of Reckoning" also ein eindeutiger Schritt in die richtige Richtung und stellt die beiden Vorgängerwerke deutlich in den Schatten. Wohltuend frisch und mit einer gehörigen Portion Wut fegt das kurzweilige Songmaterial über einen hinweg und hinterlässt eine Spur der Verwüstung, wie man sie kennt und liebt. Die Kritikpunkte sind sehr rar gesät. Einen größeren Kritikpunkt gibt es allerdings, der mich von einer höheren Wertung absehen lässt: "Day of Reckoning" ist zwar abwechslunsgreich, bietet aber etzt keine großen Überraschungen und nur selten Mut zur Innovation. DESTRUCTION gehen auf "Nummer sicher" und machen das, was sie gut können. Die Anwendung des MOTÖRHEAD-Prinzips wird viele alte Fans zufrieden stellen. Noch ein bisschen mehr Mut zum Wagnis wäre für mich aber noch interessanter gewesen. Diese "Kritik" ist aber eher als Tipp für die Zukunft, denn als Schmähung zu verstehen: Thrash-Fans werdem ihrem Haupthaar bei "Day of Reckoning" keine Pause gönnen. Fazit: DESTRUCTION sind in alter Form zurück!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (10.02.2011)

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