Cauldron - Burning Fortune

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VÖ: 14.02.2011
Bandinfo: Cauldron
Genre: Heavy Metal
Label: Earache Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die kanadischen Puristen CAULDRON gelten bereits seit dem Split der Vorgängerband GOAT HORN als „the next big thing“ im traditionellen Heavy-Bereich. Das Debütalbum „Chained To The Nite“ wurde auch gleich via Earache Records publiziert. In europäischen Gefilden sind die Kuttenträger mit dem bleiernen Stück 80er Jahre Verbeugung indes noch nicht so recht angekommen. Für den in Kürze erscheinenden Nachfolger „Burning Fortune“ rühren Label und Band schon seit Monaten die Werbetrommel, die Eroberung des alten Kontinents gehört dabei sicher zu den Hauptagenden des jungen Trios.

Dabei mussten CAULDRON vor den Aufnahmen noch einen schmerzhaften Besetzungswechsel hinnehmen. Den abgewanderten Schlagwerker Steel Rider hat Sänger und Bandboss Jason Decay aber schnell mit AGGRESSOR-Fellgerber Chris Steve gutgemacht. Wer bis zur Musik des Toronto-Dreiers durchdringen will, muss aber erst einmal das Augenkrebs verursachende Coverartwork überwinden. Die Steigerung im Vergleich zum Debütalbum ist zwar klar erkennbar, die herumliegenden Bierdosen samt amerikanischem Proloschlitten und weißgewandetem Teufelsweib sind abermals keine glückliche Konstellation. Nun zum Wesentlichen. Den flotten Opener „All For Nothing“ gibt’s schon seit Monaten im Netz zu bestaunen, das darauffolgende „Miss You To Death“ ist ein ohrwurmtaugliches Melodiestück mit deutlichen STRYPER bzw. W.A.S.P. Anleihen.

Überhaupt kann ich Kollege Reinis sonst hochgeschätzte Meinung nicht ganz teilen, sind CAULDRON für mich doch deutlich im traditionellen American Metal beheimatet und ziehen nur allzu selten wirkliche NWoBHM Zitate aus dem Köcher. Beispiele sind das speedige JUDAS PRIEST Versatzstück „Breaking Through“ oder der galoppierende Closer „Taken By Desire“, der sich ungewohnt böse aus den Boxen schält. Dazwischen betten die Ahornblätter so manch feurig-flottes („Rapid City/Unchained Assault“) und nostalgisch schleichendes („Tears Have Come“) Material ein, leider rutscht das Songwriting wieder zu oft gen Schema F („I Confess“) oder beginnt schlicht und einfach zu langweilen („Queen Of Fire“). Die Konstanten sind eine oftmals masturbierende Sologitarre und die Konzentration auf möglichst eingängige Gitarrenriffs.

Jason Decays feinfühlige Stimme ist nicht jedermanns Sache, ist eher im Rockbereich beheimatet und unterscheidet sich etwa eklatant vom stark pulsierenden Organ des Fronters der Schwedenbombe ENFORCER. Denen können CAULDRON übrigens auch anno 2011 noch nicht das Wasser reichen, obschon „Burning Fortune“ einen klaren Fortschritt zum lauwarmen „Chained To The Nite“ darstellt, kämpft man in Nordamerika nach wie vor um einen Platz in der ersten Genre-Liga. „Burning Fortune“ ist ein nettes Old-School Teil zum Nebenbeihören. Wer auf Nostalgie-Sounds steht sollte trotzdem lieber zur neuen BULLET greifen oder die letzte ENFORCER in den Player schieben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (07.02.2011)

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