Within Temptation - The Unforgiving

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VÖ: 25.03.2011
Bandinfo: WITHIN TEMPTATION
Genre: Gothic Metal
Label: Columbia Records
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Lineup  |  Trackliste

Vor geschlagenen vier Jahren erschien das letzte, vierte Album der niederländischen Symphonic-Rocker von WITHIN TEMPTATION. "The Heart Of Everything" nannte sich das damalige Teil, das die Vorgängeralben "The Silent Force" und das kommerziell enorm erfolgreiche, balladeske Zweitlingswerk "Mother Earth" stilistisch perfekt vereinen konnte. Nachdem die bezaubernde Fronterin Sharon Den Adel bereits ihr drittes Kind auf die Welt gebracht hat, erscheint nun also der heiß ersehnte Nachfolger "The Unforgiving". Album Nummero Fünf also - was dürfen die Fans davon erwarten?

Zuallerst muss gesagt werden, dass man sich von dem richtig hässlichen, an einen billigen Comic erinnerenden Cover-Artwork nicht täuschen lassen darf, denn "The Unforgiving" ist trotz meiner durchaus gestiegenen Erwartungshaltung an die Band ein richtig superbes Album geworden! Das Cover lassen wir an dieser Stelle aber außen vor; keine Ahnung, was die Niederländer da getrieben hat?! Los geht "The Unforgiving" mit geflüsterten Worten in "Why Not Me", die sofort in das rockige "Shot In The Dark" übergehen. Was sofort auffällt, ist die Tatsache, dass Sharon Den Adel ihre extrem feenhafte Stimme, die vor allem auf "Mother Earth" manchmal zu sehr am Zenit der Hörbarkeit schrammte, großteils gegen eine definitiv rockendere Röhre ausgetauscht hat. Nicht nur "Shot In The Dark", sondern auch das enorm nach vorne preschende "In The Middle Of The Night" und vor allem "Faster" sind rockende Gothic/Pop-Rock-Nummern, die mit ihrer bratenden Gitarrenunterlegung und den symphonischen Parts mehr als überzeugen können. Während "Fire And Ice" das Tempo dann wieder zurückschraubt und sich auf Den Adels balladeske Grundstimme und ein paar Keyboard-Leads stützt, ist "Iron" erneut der komplette Gegensatz - eine rasant-eingängige Melodie, Gitarren und Keyboard im Anschlag und eine Frontstimme, die antreibt und wunderschöne Melodien zum Besten gibt. Auch das experimentelle Midtempo-Stück "Where Is The Edge" weiß aufgrund seines stimmigen Refrains zu gefallen. Probleme könnten einige WITHIN TEMPTATION-Fans mit dem extrem poppigen, an die eben wieder zurückgekehrten Schweden-Pop-Ikonen ROXETTE erinnernden Synthie-Song "Sinèad" haben, das eine Hommage an die Pop-Künstlerin Sinead O'Connor sein soll. Das Ganze ist etwas zu unaufgeregt geraten und eignet sich eher für vakante Dancefloors, stört im Großen und Ganzen aber kaum...

Auch die ausklingenden "Lost" (ruhige Nummer), "Murder" bzw. "A Demon's Fate" wissen aufgrund ihrer Verspieltheit, der Reduziertheit des Bombasts und der richtig starken rockenden Ausrichtung uneingeschränkt zu gefallen! WITHIN TEMPTATION ist mit "The Unforgiving" im Endeffekt zum ersten Mal ein durchgehend wirklich überzeugendes Album zu produzieren. Vielleicht sind teilweise die Synthie-Elemente zu sehr im Vordergrund und wirkt das Material oftmals etwas zu glatt und poppig, alles in allem ist hier aber jeder Song an der richtigen Position. "The Unforgiving" rockt einfach, Sharon Den Adel spielt ihre immense stimmliche Bandbreite aus, die Gitarrenfrickler dürfen sich etwas verspielter geben und auch der Ausstieg von Langzeit-Drummer Stephen van Haestregt im vergangenen Jahr wurde anscheinend gut verkraftet. Wer für dieses Album nun hinter den Fellen saß, konnte von mir zwar nicht ermittelt werden, eines ist aber klar: WITHIN TEMPTATION sind wieder da und das besser denn je!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: mat (15.03.2011)

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