CRUACHAN - Blood On The Black Robe

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VÖ: 18.04.2011
Bandinfo: CRUACHAN
Genre: Folk Metal
Label: Candlelight Records
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Lineup  |  Trackliste

Die Iren CRUACHAN zocken Folk-Metal, und das bereits auf sechs Langspielplatten. Das etwas naiv wirkende Covermotiv macht da auch kein grosses Geheimnis draus. Zwar lassen sich viele der Songs eher dem traditionellen Metal zuordnen, einige sogar dem Black Metal. Aber gerade weil das Quintett aus Dublin nicht unkontrolliert mit Folk-Elementen und ausgelutschten Nullachtfuffzehn-Instrumentierungen um sich wirft, und die Balance zwischen den verschiedenen Elementen stimmt, ist die Musik hier interessant.

Einige Sachen, wie etwa das flotte "Pagan Hate" erinnern an nordisches Schwarzmetall a la MOONSORROW, wenn's lieblicher und mittelalterlicher wird wie in "An Bean Sidhe" oder "Brian Boru's March" sind CRUACHAN zu wirklich schönen, unsentimentalen Melodieläufen ohne bremsenden Ballast fähig. Beides kombiniert lässt Songs wie "The Nine Year War" oder "The Column" sehr druckvoll daherkommen, und auch an der nötigen Transparenz und Melodie mangelt es der Platte nicht.

Eine Irische Folk-Metal-Combo muss natürlich geschichtsträchtige Ereignisse der eigenen Historie aufarbeiten. Und so lernen wir hier über König Brian Boru, den Neunjährigen Krieg, die Reise des Bran oder die unseligen Banshees ("An Bean Sidhe"). Und auch der Bandname selber ist tief in der Geschichte der Insel verankert: die legendäre Hauptstadt der Connachta-Dynastie aus der Mythologie stand hier Pate.

Dass CRUACHAN Songs zu schreiben imstande sind, die sowohl zum bangen in der Metal-Disco als auch zum gemütlichen Schunkeln bei Met und Lagerfeuer geeignet sind, haben sie bereits auf ihren letzten beiden Alben bewiesen. "Blood On The Black Robe" ist hier nochmal um einen ganzen Zacken konsequenter, ausgereifter, und - was wichtig ist! - immer noch schön authentisch. Man kauft den Fünfen, die da so böse in Highlander-Kriegsadjustierung vom Bandfoto gucken, die Mucke zu jeder Zeit ab.

Auch wenn insgesamt - im Vergleich mit den norwegischen oder finnischen Geistesbrüdern - hier zumeist nicht ganz so tief ins Gaspedal getreten wird, so macht die Platte doch Spass, und mit jedem Durchlauf mehr Sinn. Hier wird nix neu erfunden, sondern hier macht man einfsch Nägel mit Köpfen. Hört euch einfach mal das wunderbare IRON MAIDEN-Riff in "Brian Boru's March", das ein wenig in MANOWAR-Pathos getränkte "The Column" oder den mächtig böse schleppenden Titelsong an - und ihr wisst was ich meine...



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (07.04.2011)

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