Kampfar - Mare

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VÖ: 25.03.2011
Bandinfo: KAMPFAR
Genre: Pagan Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Das Pagan Metal-Genre scheint einfach nicht an Popularität zu verlieren. Und doch ist dieser Begriff für so manchen Metalhead zu einem Schimpfwort geworden. Wundern darf man sich darüber nicht, wenn man bedenkt, wie viele Bands auf diesen Trend aufspringen und anstelle der musikalischen Ernsthaftigkeit lieber ihre Trinkhörner gen Himmel recken und sich an Schunkelmelodien erfreuen. Doch der Begriff ist per se unscharf. Pagan Metal ist eher inhaltlich als musikalisch definiert, was auch dazu führt, dass man bei der einen oder anderen Band dieses Genres zu Unrecht die Nase rümpft.

KAMPFAR aus Norwegen sind eine dieser Bands. Man steht dem Black Metal viel näher als dem Folk Metal , geht aber inhaltlich pagan zu Werke. KAMPFAR existieren schon seit 15 Jahren und waren demnach weit vor dem paganen Trend bereits in der Szene aktiv. Diese Erfahrung hört man „Mare“ auch deutlich an: Auf dem Fünftling der Mannen um Dolk gibt es keine überflüssigen Spielereien, keine redundanten Teile oder sonstigen Schnickschnack. Der Titeltrack startet mit hypnotisch düsteren Riffs und reisst einen damit von Beginn an mit in diese frostige Welt KAMPFARs. Von Peter Tägtgren mit einer eisigen Produktion perfekt in Szene gesetzt, weiß man auf "Mare" die richtige Stimmung zu erzeugen. Sänger Dolk krächzt, schreit, keift und vergisst dennoch niemals auf Akzentuierungen. Dabei wird deutlich, was KAMPFAR von vielen Bands des schwarz angehauchten Pagan-Zirkus‘ unterscheidet: Man vergisst niemals das Ziel! Und das Ziel lautet ganz simpel „gute Songs zu schreiben“!

Dabei bedient man sich nicht immer der gleichen Komponenten. Auf dem epischen „Huldreland“ beginnt man düster, ja, fast gotisch. Das monotone Stampfen der Drums und die tiefen spoken word Passagen führen den Song daraufhin in doomige Gefilde. Dieses Epos bleibt – wie auch der Rest des Albums – immer kurzweilig und interessant. Sogar wenn man deutlicher auf Keyboards setzt wie bei „Bergtatt“ weiß man zu gefallen, da der Fokus eben nicht auf billigem Kitsch liegt, sondern eine wohltuende Mischung aus Melodie und Aggression dargeboten wird. Aber KAMPFAR könnens auch anders: So ist „Volvevers" eine interessante Mixtur aus Midtempo und punkigen Teilen, die wie aus dem Hause Darkthrone klingen.

Dieser Variationsreichtum führt dazu, dass man sich zu keinem Zeitpunkt langweilt. Trotz einer gehörigen Portion Melodie erschafft man eine eisige Atmosphäre, die an eine melodischere Variante von Immortal erinnert. Auch wenn nicht jeder Song das Spannungsmomentum der genannten Tracks beibehält, so beweisen KAMPFAR mit „Mare“ abermals, dass sie eine dieser unterschätzten Perlen der Metalwelt sind. Anspieltipps: „Mare“, „Huldreland“ und „Volvevers“



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (19.03.2011)

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