Obscura - Omnivium

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VÖ: 01.04.2011
Bandinfo: OBSCURA
Genre: Death Metal
Label: Relapse Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

„Cosmogenesis“ sorgte anno 2009 schon für diverse offene Münder, aber erst „Omnivium“ wird OBSCURA endgültig aus dem Underground heraus spülen und zur nahezu uneingeschränkten Macht im progressiv- und hoch technisierten Death Metal machen. Das liegt jetzt nicht nur an den vorliegenden neun Songs per se, auch ein gewisser V. Santura (TRIPTYKON, DARK FORTRESS) hat in seinen Woodshed Studios den vier Herrschaften einen wahren Traumsound offeriert. Der war aber auch nötig um dieses technische Wunderwerk perfekt in Szene zu setzen. Ich lehn mich hier und jetzt gleich mal mächtig aus dem Fenster und behaupte, dass „Omnivium“ das BESTE Progressive Death Metal Album seit der legendären „Symbolic“ geworden ist und die, liebe Leute, liegt jetzt auch schon wieder 16 Jahre zurück. Mehr noch, wenn es ein legitimes Erbe von DEATH je geben sollte, OBSCURA wären wohl die einzig zu nennenden Vertreter, denn was ein Steffen Kummerer, die beiden ex- NECROPHAGIST Recken Christian Muenzner und Hannes Grossmann, sowie der Tulpenbassgott Jeroen Paul Thesseling hier aufführen, das ist große, ganz große musikalische Kunst meine Damen und Herren!

Dabei kommt dem Album, der Band und ihrem singenden Gitarristen Steffen Kummerer zu Gute, dass die Zeiten eines Vocoders längst wieder passe sind, das hat den Vorteil, dass Kummerer viel, gerne und oft mit seinen Vocals herumexperimentieren kann. Da gibt es vom Black Metal ähnlichem Gekreische hin zu bitterbös-tiefen Death Metal Growls („Ocean Gateways“), über Chuck Schuldiner angelehntes heiseres Geshoute bis gar arg ins Sphärisch, manchmal sogar ins Epische abdriftende ein Spektrum offeriert, für das manch andere Kapellen einen ganzen bandinternen Entwicklungszyklus verschleißen.

Gerade die zweite Hälfte des Albums lässt Band und Songs so richtig aufblühen, frei von allen Zwängen wird hier experimentiert, die „Celestial Spheres“ sind ebenso überirdisch wie es der Songtitel vermuten lässt und allein das „Alison Hell“ Gedächtnisriff im (semi)Instrumentaltrack „A Transcendental Serenade“ belegt, wie ungezwungen hier musiziert werden darf!

OBSCURA haben sich mit „Omnivium“ zwar nicht neu erfunden, aber im Vergleich zum schon wirklich verdammt starken Vorgängerwerk noch einmal eine Schippe draufgelegt. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Band ihr Wundermann samt seinem Fretless Bass erhalten bleibt und Jeroen Paul Thesseling OBSCURA und PESTILENCE unter einem Hut bringen wird können. Ich halte zwar OBSCURA auch ohne Thesseling für überlebensfähig, aber ob das Qualitäts- und vor allem das Innovationslevel ohne ihn gehalten werden kann, ist eine andere Geschichte. Sei’s drum, hier und jetzt ist der Bassgroßmeister noch an Board und „Omnivium“ blüht zwar nicht nur, aber auch durch ihn zu einer wahren Großtat auf…

Kleiner Tipp noch: Das Album gehört - um es in seinem Ganzen begreifen zu können - mindestens zwanzig, wenn nicht sogar etliche Rundungen öfters gehört und obendrein ist es hilfreich dies mit Kopfhörern zu bewerkstelligen, erst dieses intensive Hörerlebnis kitzelt noch so jede versteckte Kleinigkeit aus diesem Soundspektakel heraus.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Reini (22.03.2011)

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