NAZARETH - Big Dogz

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VÖ: 15.04.2011
Bandinfo: NAZARETH
Genre: Rock
Label: earMusic
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Lineup  |  Trackliste

Der Frühjahr scheint gealterte Geister wieder erwachen zu lassen. Neben den Alt-Heroen von URIAH HEEP melden sich nämlich auch deren ewige Wegbegleiter und stilistische Verwandte NAZARETH mit neuem Studiomaterial zurück. Drei Jahre nach dem richtig guten Comeback-Album "The Newz" steht nun also "Big Dogz" in den gut sortierten Plattenläden. Fronter Dan McCafferty und Bassist Pete Agnew sind von den Gründungsmitgliedern der schottischen Rock-Gruppierung noch übrig geblieben und wollen mit einer intensiven Tour, die unter anderem gleich sechsmal nach Österreich führt (Wien, Weiz, Wels, Villach, Leoben und Kundl), wieder ordentlich Gas geben.

Die lange Tour durch deutschsprachige Lande tut ihr Übriges natürlich dazu, in punkto Songmaterial sollten sich NAZARETH aber dann doch eher auf ältere Kaliber stützen, denn "Big Dogz" ist ein recht schaler Nachfolger zum guten "The Newz". Irgendwie schaffen es die Schotten auf ihrem neuen Longplayer nicht, die abwechslungsreiche Atmosphäre des Vorgängers auch in das neue Material zu transportieren. Der Opener "Big Dog's Gonna Howl" überzeugt vielleicht noch mit seinem nostalgischen Grundriff, "Radio" mit seiner melodischen Unbeschwertheit und Eingängigkeit und "Lifeboat" mit seinem gutklassigen Rhythmus. Auch das AC/DC-lastige "Watch Your Back" könnte man noch in diese 'gute' Liste aufnehmen, dann war's das auch schon wieder. "Claimed" nervt mit seinen endlosen Refrainwiederholungen, "No Mean Monster" ist ein Abklatsch eines treibenden Rock-Songs und das thematisch sowie musikalisch absolut unpassende "When Jesus Comes To Save The World Again" ist mit einer Spielzeit von knapp sechseinhalb Minuten einfach nur monoton, ermüdend und langweilig. Ähnlich ergeht es mir mit dem sperrigen "Time And Tide" und dem öden "Butterfly".

Alles in allem faded nach dem komischen Rausschmeißer "Sleeptalker" ein erschreckend schwaches NAZARETH-Album aus. Obwohl die Band noch im Vorhinein großspurig angekündigt hat, dass ihr Label earMusic ihnen jegliche künstlerische Freiheit beim Songwriting ließ, muss man sich hier schon fragen, ob das alles ist, was herauskommt, wenn NAZARETH nach 43 Jahren Bandbestehen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. "Big Dogz" ist - zumindest für mich - ein absolutes Skip-Album geworden, das alten Taten zu keiner Sekunde gerecht wird. Vielleicht mögen eingefleischte Fans der Rock-Institution das anders sehen, ich bin auf alle Fälle maßlos enttäuscht.



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: mat (04.04.2011)

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