Vomitory - Opus Mortis VIII

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VÖ: 23.04.2011
Bandinfo: Vomitory
Genre: Death Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Es ist nicht schwer zu erraten wie weit die schwedische Todeswalze VOMITORY in ihrer bisherigen Karriere gekommen ist. Wie es der Albumtitel „Opus Mortis VIII“ bereits verrät, feiern die Karlstädter ihre zehnjährige Metal Blade Kooperation mit dem achten Studiorundling. Ähnlich wie die amerikanischen Kollegen von IMMOLATION oder INCANTATION wurden auch VOMITORY über Jahre hinweg sträflich unterschätzt. Schuld daran dürften auch zahlreiche Durchschnittsalben gewesen sein, denn erst ab dem vierten Teil namens „Blood Rapture“ entwickelten die Schweden ihren rabiaten Stil so konsequent weiter, dass „Terrorize Brutalize Sodomize“ 2007 schließlich zu einer wahren Undergroundperle heranreifte.

Seit eben diesem Album haben die puristischen Jungs auch Rikard Löfgren an den Reglern sitzen und der gute Mann brachte VOMITORY schon anno dazumal auf eine modernere Schiene. Welchen Sound VOMITORY aber auf diesem „Opus Mortis“ zusammengezimmert bekamen, hätte sich wohl auch der größte Die Hard Fan nicht gedacht. Bereits der flotte Opener „Regorge In The Morgue“ bläst einem derart wuchtig durch die Lauscher, dass einem die vielzitierten Sternchen vor den Augen flimmern. Perfektion statt roher Authentizität scheint das Motto zu sein. Den Charme der alten Tage verlieren VOMITORY vielleicht, aber die sägenden Gitarren wurden dem Hörer nie zuvor so klar und detailliert serviert. Neben der akustischen Veredelung leben die Songs vor allem durch den ungewohnten Abwechslungsreichtum und dem erneut bestialisch-brutalen Organ von Fronter Erik Rundqvist, der den Großteil seiner globalen Konkurrenten immer noch mühelos in Grund und Boden grunzt.

Was sich bei VOMITORY schon auf dem Vorgänger „Carnage Euphoria“ abgezeichnet hat, findet auf „Opus Mortis VIII“ seine endgültige Perfektion. Weg vom krawalligen Prügelimage lassen die Schweden ungewohnt viel Groove, Mid-Tempo und Nackenzersprengung in die grobkörnigen Kompositionen einfließen. Das alles plattwalzende „They Will Burn“, das mit sanften Akustikgitarren ein- und ausgefadede „Hate In A Time Of War“ oder der Slow-Tempo Killer „Shrouded In Darkness“ stellen VOMITORY in ein völlig neues Licht. Nicht mehr der Blast allein ist der Weisheit letzter Schluss, mit dem Alter scheinen sich auch Reife, Diversität und Rhythmusgefühl eingeschlichen zu haben. Wer trotzdem ordentlich auf die Ommel will, braucht sich keine Sorgen zu machen. Songs wie „Requiem For The Fallen“, „Torturous Ingenious“ oder das überraschend thrasige Albumhighlight „Forever Damned“ treten euch immer noch wuchtig die Zähne aus dem Maul.

VOMITORY schaffen auf „Opus Mortis VII“ das seltene Kunststück Old-School zu bleiben, ohne sich in eine songwriterische Dauerschleife zu begeben. Abgerundet mit dem wirklich genialen Cover-Artwork, darf sich das gute Stück ex aequo mit der neuen DEICIDE auf den Thron des bisherigen Death Metal Jahres setzen. Weil die Gustafsson-Brüder samt Entourage das aber sicher noch besser können, gibt’s vorerst mal einen halben Punkt weniger als veranschlagt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (19.04.2011)

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