Sacred Legacy - Undying Heart

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VÖ: 04.04.2011
Bandinfo: Sacred Legacy
Genre: Progressive Death Metal
Label: ROCK N GROWL RECORDS
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Lineup  |  Trackliste

"Symphonic/Melodic/Progressive/Death Metal" haben sich die Maledivianer(!) von SACRED LEGACY auf die Fahnen geschrieben - und da ja bekanntlich die Malediven nicht unbedingt Russland sind (rein von der Größe her, versteht sich), kann wohl angenommen werden, dass es sich bei den fünf Herren wahrscheinlich auch um die einzigen Metalfans des Inselparadieses handeln dürfte. Aber gut, das allein sagt ja nun auch noch nichts über die Musik aus - und hier sollte man sich jedenfalls etwas Zeit nehmen, um den Output der Jungs auf sich wirken zu lassen.

Und, das muss ich zugeben, die ersten Takte des Openers "Beast Of Darkness" lassen mir eher kalte Schauer des Grauens über den Rücken laufen, denn solche der ekstatischen Begeisterung; zwar ist der schnelle, thrashige Speed-Metal des Openers an sich durchaus meine Baustelle, die allerdings unfassbar seltsamen, unangenehmen und monotonen Scream-, Squeal und Growl-Vocals von Fronter Ali Ashraf allerdings stehen für so ziemlich alles, was ich an nicht-cleanen Vocals überhaupt nicht ausstehen kann. Aber gut, jedem das Seine - ich für meinen Teil vertrage mich mit dem folgenden "Black Velvet Part 1" dann schon viel besser; hier findet man nämlich ein wunderbares, hochmelodisches und technisch anspruchsvolles Instrumental, das nach atmosphärischem Piano-Intro in einen ordentlichen Saitenzerstörer mündet. Allerdings melden sich dann bei "Forgot" die mit massig Effekten versetzen Vocals wieder zurück, und verpassen dem ansonsten ebenfalls wieder sehr melodischen Grundgerüst des Songs eine aggressive Note.

Nichtsdestoweniger müssen auch hier die technischen Fähigkeiten der Band, besonders im Bereich der Gitarrenarbeit, sehr honorierend anerkannt werden - respektable Leistung, meine Herren! Doch der etwas eigenwillige Stil, insbesondere in Punkto Gesang, zieht sich natürlich über das gesamte Album; zwischendurch gibt's dann wieder rein-melodische Auflockerung in Form etwa des wunderschönen "Gods Legends" oder des rockigen "Infinity", während man bei Songs wie "Dragon Wars" dann wieder die Aggro-Keule am Gesang schwingt. Ein Highlight ist aber definitiv der Titeltrack "Undying Heart", besonders in der Version mit Gastsängerin, der mich stilistisch etwas an PAIN OF SALVATION (etwa "Second Love") erinnert.

Augenfällig ist leider auch die höchst uneinheitliche (und wohl zu großen Teilen im Homerecording-Studio entstandene) Produktion; so wirkt das Album insgesamt nicht wirklich aus einem Guss, sondern hinterlässt beim Hörer eher den Eindruck, dass man die einzelnen Songs in verschiedenen Studios zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen, und dann erst am Ende entschieden hätte, die jeweiligen Tracks auf ein und dasselbe Album zu packen. Aber gut, auch das ist verzeihbar.

Unterm Strich bleibt ein für allem für technikversessene Metalfreunde interessantes Album, das eine durchaus eigene Note besitzt; für den Gelegenheitshörer ist SACRED LEGACY aber wohl deutlich zu verfrickelt, und deutlich zu heftig ob der sehr eigenwilligen Vocals. Auch bei mir hinterlassen die Herren nur einen zwiespältigen Eindruck, und ich komme nicht umhin, ein überstrapaziertes Zitat noch ein wenig weiter zu bemühen: "Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten".

Denn einerseits lassen SACRED LEGACY auf ihrem Drittling viel Talent und Potenzial durchblitzen, andererseits ist der Gesang stilistisch überhaupt nicht mein Ding, und ich glaube selbst für Freunde der härteren Gangarten höchst gewöhnungsbedürftig. Für mehr als einen Underground-Tipp für Fans ausgefallener Kost reicht es daher mit "Undying Heart" noch nicht ganz. Allerdings arbeiten die Herren anscheinend bereits an einem neuen Scheibchen, dass dann noch mehr den melodischen Aspekten des Metal zugetan sein sollte; man darf also gespannt sein, was die Herren von dort, wo wir gerne Urlaub machen (würden), uns in Zukunft so kredenzen werden!



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (21.04.2011)

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