Darkthrone - Total Death (Re-Release)

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VÖ: 18.03.2011
Bandinfo: DARKTHRONE
Genre: Black Metal
Label: Peaceville Records
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Nächstes Kapitel in der Peaceville Records DARKTHRONE Re-Release Orgie. In den Anfangszeiten der Karriere war das kauzige Waldduo noch arbeitsamer als in der Gegenwart und mit „Total Death“ setzten Nocturno Culto und Fenriz die sechste Duftmarke innerhalb von fünf Jahren. Gleichzeitig waren die wirklich fetten Jahre der stilprägenden Norweger damit aber auch vorüber. Nach vier Black Metal Jahrtausendalben änderten DARKTHRONE ihren morbid-misanthropischen Stil zwar nur minimal, wurden aber erstmals nicht bedingungslos abgefeiert. Vielleicht lag es auch an der für Fans ungewohnt fetteren Produktion, denn nachdem Fenriz „Transilvanian Hunger“ und „Panzerfaust“ in seinen hauseigenen Necrohell Studios eingeklopft hat, wechselte das Duo Infernale erstmals in die Ancient Spectre Ruins.

Das „fett“ bitte nicht allzu ernst nehmen, schließlich haben wir es hier immer noch mit DARKTHRONE zu tun und nicht mit akribischen Hochglanzfetischisten der Marke Tägtgren oder Classen. Auf „Total Death“ kredenzten die überzeugten Lederkuttenträger dennoch feinsten Norwegen-Keifmetall zwischen punkig-prügelnd („Gather Of Attack On The Pearly Gates“) und bemüht-episch („Majestic Desolate Eye“). Erstmals hatten sich die beiden Protagonisten auch die Songs brüderlich aufgeteilt. Je vier Stück sind schließlich auf „Total Death“ gelandet, wobei Fenriz das Drumming komplett übernahm und die Saiteninstrumente vom jeweiligen Songwriter bedient wurden. Nocturno Cultos Stimme klang auf diesen acht akustischen Eisbergen nicht mehr ganz so morbide und menschenverachtend wie auf der „Panzerfaust“, konnte die bitterkalte Atmosphäre aber gut verstärken.

Während Nocturno Culto für seine Songs erstmals Lyrics verfasste, hat sich Fenriz gar nicht erst darum gekümmert. Die Texte für seine Hälfte verfassten Garm (ULVER), Ihsahn (EMPEROR), Carl-Michael Eide (AURA NOIR) und Satyr (SATYRICON). Dem Fenriz-Part merkt man auch die latente Black’n’Roll Lastigkeit („Black Victory Of Death“) an, BATHORY und CELTIC FROST waren selbstverständlich auch auf „Total Death“ der kleinste gemeinsame Nenner des Tandems. Zudem integrierten sie erstmals Thrash-Metal Anleihen („Blasphemer“), die Jahre später zum Standardrepertoire gehören sollten. Beim Cover bitte nicht erschrecken: die blaue Mondlandschaft im Original wurde von Peaceville durch ein schwarz-weißes Gebirgsmassiv ersetzt.

Auf dem Album gibt’s als Zuckerl übrigens noch den Song „God Of Disturbance & Friction“, der bislang nur auf einer hart gesuchten Moonfog-Compilation zu finden war. Die zweite Scheibe beinhaltet wieder massig Anekdoten von Fenriz und Nocturno Culto. Vor allem Ersterer erweist sich einmal mehr als Stand-Up-Comedian der Sonderklasse und stellt seine eigene Spielkunst mehr als nur einmal in Frage. Obschon „Total Death“ in der DARKTHRONE Historie nur oben in der zweiten Reihe platziert ist, würden ungefähr 98% aller Schwarzwurzel Bands für diesen Sound, dieses Songwriting töten! In diesem Sinne: „Stare into the galactic fog – armageddon has been achieved.“



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (17.05.2011)

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