Alestorm - Back Through Time

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VÖ: 03.06.2011
Bandinfo: ALESTORM
Genre: Power Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Trivia

Die „True Scottish Pirate Metal“-Verfechter ALESTORM sind schon eine wilde Horde. Da schießen sie innerhalb eineinhalb Jahren zwei Alben und eine EP in den Orbit, touren sich zwei weitere Jahre die Seele aus dem Leib und zimmern so nebenbei gleich das dritte Album ein, das auf den Namen „Back Through Time“ hört und weit weg von einem befürchteten Qualitätsabfall steht. Ein weiteres Mal wird gesoffen, geplündert und gebrandschatzt, dass es eine Freude ist. Obwohl man vor allem die Partyhymnendichte im Vergleich zum – von mir etwas überbewerteten Vorgänger – „Black Sails At Midnight“ etwas zurückgefahren hat.

Mit „The Sunk’n Norwegian“, „Midget Saw“ und der hingebungsvollen Ode an den guten alten „Rum” gibt es zwar genug Fetenkracher zu verbuchen, insgesamt wirkt „Back Through Time“ aber deutlich ausgefeilter, durchdachter und variabler. „Shipwrecked“ etwa läutet ein derbes Thrash-Inferno ein, verwandelt sich dann aber doch in ein freundliches Spelunken-Liedchen. „Buckfast Powersmash“ ist ganz schwer zu kategorisieren. Etwas Highspeed-Thrash, ein bisschen SWASHBUCKLE (ob der Track „Swashbuckled“ auf die Amis abzielt?) und dissonante Zwischenparts überraschen wohl selbst den ALESTORM-Hardliner. Mit „Scraping The Barrel“ folgt der programmatische Mid-Tempo Heuler, „Barrett’s Privateers“ wurde vom längst verstorbenen kanadischen Folkmusiker Stan Rogers gecovert.

Die wirkliche Sensation des Albums ist aber das abschließende acht Minuten Monumentalepos „Death Throes Of The Terrorsquid“ bei dem Sänger Christopher Bowes und seine Spießgesellen in ungewohnte Black/Thrash Highspeed-Sphären rutschen und sich wirklich verdammt hart an der Grenze zu CRADLE OF FILTH und DIMMU BORGIR bewegen. Richtig gelesen – Doublebass-Geblaste und „Mourning Palace“-Feeling hätte sich wohl kaum jemand von den Scotsmen erwartet. Außerdem kann Drummer-Neuling Peter Alcorn hier beweisen, dass seine Rekrutierung eine gute Entscheidung war.

Mit „Back Through Time“ halten sich ALESTORM auch weiterhin mühelos an der Spitze der melodischen und folkig angehauchten Power-Truppen. Während einem bei KORPIKLAANI oder TURISAS bereits die Kinnlade runterklappt, schaffen es die Schotten scheinbar mühelos Fun und Geschichtsunterricht mit einem fetzigen Sound zu kombinieren. Auch wenn das Coverartwork schon fast zu klischeehaft ausgefallen ist und wohl bei einem „Fluch der Karibik“-Triple-Feature Abend mit Gallonen von Hopfennektar ausgedacht wurde. Segel hissen und volle Kraft voraus – die nächste Tour kann kommen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (30.05.2011)

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