NADER SADEK - Into The Flesh

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VÖ: 17.05.2011
Bandinfo: NADER SADEK
Genre: Death Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

NADER SADEK klingt wie ein Songtitel von NILE. Und eigentlich liegt man damit gar nicht so falsch.Denn NADER SADEK ist ein ägyptischer Künstler - seines Zeichens u.a. visual effects creator und Artworkderwisch von MAYHEM und SUNN O))) - der sein Domizil im Big Apple aufgeschlagen hat und eine illustre Todesmetallrunde um sich geschart hat, die aus absoluten Könnern des Genres besteht: Steve Tucker (ex-MORBID ANGEL), Flo Mounier (CYRPTOPSY) und RUNE ERIKSEN (ex-MAYHEM, AVA INFERI). Der gute Nader hat den Musikern ein Konzept aufgetragen und die Herren aufgefordert, sich musikalisch auszutoben. Zudem kümmerte er sich um das Artwork (nona), einen Teil des Songwritings, die Produktion etc.

Und was rauskommt ist keine am eigenen künstlerischen Anspruch scheiternde Peinlichkeit, sondern ein starkes Death Metal Album, der alten Düsterschule. Manchmal lugen natürlich MORBID ANGEL ums Eck, ab und an schauen IMMOLATION vorbei und zu manch einem Zeitpunkt winken einem sogar MALEVOLENT CREATION zu. Soll heißen: Man prügelt mit Struktur, man kreiert eine düster-morbide Atmosphäre und agiert prinzipiell songdienlich. "Into the Flesh" ist definitiv brutal, entfaltet aber nicht durch konstant durchgetretenes Gaspedal seine verheerende Wirkung, sondern überzeugt durch die apokalyptische Stimmung, die in vertonten Gewalteruptionen mündet. Das Kunststück, extreme Brutalität zu erschaffen, ohne den "höher, schneller, weiter"-Gedanken zu fördern schaffen nicht viele Bands. Doch NADER SADEK verfügen über unglaubliche Fähigkeiten und finden zu fast jedem Zeitpunkt die richtige Dosierung der einzelnen Elemente. Typisches Flo Mounier Drumming ergänzt sich ideal mit den geschickten Riffs und Soli von Rune Eriksen und dem dämonischen Organ Steve Tuckers.

Was bleibt ist ein Album, das ich Fans der genannten Bands auf jeden Fall ans Herz legen will. Ich habe nur einen dicken Kritikpunkt, den ich allerdings ebenfalls nicht vorenthalten will:

Eine Spielzeit von einer halben Stunde ist eigentlich eine Frechheit. Demnach klingt "Into the Flesh" wie eine tolle erste EP und sollte sich eigentlich auch als ebensolche verstehen. Tatsächlich wird "Into the Flesh" aber als erstes reguläres Album verkauft, was ob der Tatsache, dass sich unter diesen Songs auch einige atmosphärische Zwischenstücke befinden, etwas mager erscheint. Über das Talent der Band lässt sich aber nicht diskutieren. Bleibt nur zu hoffen, dass man in Zukunft von einem Projekt zu einer echten Band wird. Also aufgepasst: Wer die neue MORBID ANGEL mies findet, sollte hier mal reinhören!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (06.06.2011)

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