Djerv - Djerv

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VÖ: 17.06.2011
Bandinfo: Djerv
Genre: Alternative Metal
Label: Indie Recordings
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Zugegeben: DJERV waren mir vor einigen Wochen noch gänzlich unbekannt. Dies wird wohl dem Gros des geneigten Metalvolks ähnlich gehen. Eventuell kennt man aber Sängerin und Herzstück Agnete Kjølsrud. Diese Dame hat nämlich u.a. schon mit DIMMU BORGIR gesungen. DJERV haben aber mit Black Metal - auch wenn die Promo-Infos etwas anderes implizieren - wenig zu tun. Man erfreut sich viel mehr einer metallischen Version von Rockbands wie GARBAGE oder mitunter sogar den GUANO APES. Oder mit anderen Worten: Die Radiotauglichkeit wird etwas zugunsten metallischer Schroffheit zurückgeschraubt. Im Gegensatz zu diesen Bands sind DJERV kühler, düsterer und demnach eben auch für die Zielgruppe von stormbringer.at interessanter. Man versucht in unterschiedlichen Gefilden zu fischen, was mich bezüglich des Ansatzes manchmal an FAITH NO MORE erinnert, auch wenn das Endprodukt wenig mit dieser Musik zu tun hat.

Ja, DJERV sind sehr schwer mit Worten zu beschreiben. DJERV sind mal relativ hart und aggressiv (z.B. "Madman"), mal leicht progressiv-merkwürdig (z.B. "Abmuse"), aber mitunter auch sehr eingängig-rockig (z.B. "Headstone", "Immortal") oder beinahe poppig ("Gruesome Twosome"). Was sie sicherlich nicht sind? Langweilig! Allerdings ist man noch lange nicht am Ende der qualitativen Fahnenstange angekommen. Sängerin Agnete ist äußerst talentiert und schafft es, unterschiedlichste Stimmungen mit ihren Vocals zu transportieren. Das Talent der Sängerin macht aus manch einem durchschnittlichen Song, einen guten Song. Was uns die Instrumentalfraktion bietet, ist wiederum oft etwas zu bieder. Schlagzeug und Gitarre fügen sich als brave Instrumente in den Gesamtkontext, können aber selbst nur wenige Akzente setzen.

DJERV sollte man in Zukunft aber definitiv im Auge behalten. Die Band versucht so professionell wie möglich zu arbeiten, was man u.a. an der Wahl des Produzenten und der visuellen Gestaltung der Veröffentlichung sieht. Eine Band, die erst seit einem Jahr aktiv ist, kann noch nicht am Ende ihrer Entwicklung sein. Doch DJERV sind auf dem richtigen Weg und suchen nach einer eigenen Identität, die es erlaubt, originelle und qualitativ hochwertige Musik zu erschaffen. Dank Agnete funktioniert dies großteils auch gut. "Immortal", "Ladder to the moon" und "Headstone" beweisen das Talent der Band. Werden die Schwächen ausgemerzt, könnten DJERV in der Zukunft einen rasanten Popularitätsanstieg erfahren!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: El Greco (15.06.2011)

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