Xenesthis - Thou Shalt Not

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VÖ: 14.05.2011
Bandinfo: Xenesthis
Genre: Dark Metal
Label: Come Clean Records
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Lineup  |  Trackliste

Zu dieser Veröffentlichung haben wir 2 Meinungen:

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Der Mensch muss ja für Alles und Jedes irgendeinen Begriff erfinden. So zum Beispiel "Female Fronted" was nix anderes heißt als früher "hier ist eine Frau am Mikro". Und wo sich bei anderen aus nachvollziehbaren Gründen jetzt schon die Zehennägel aufrollen, sollte man hier aber doch ein wenig weiter in die Materie vordringen. Denn im Gegensatz zu allen selbsternannten Gothic-Metal-Whatever-Combos dieser Welt verzetteln sich die Wiener XENESTHIS erst gar nicht in irgendwelchen weit hergeholten Vergleichen, sondern kategorisieren sich schlicht als "Dark Metal".

Dass das auch zu einhundert Prozent den Nagel auf den Kopf trifft, wird bereits nach den ersten Takten des Openers "Alecto" bestätigt: EVERGREY hatten scheinbar einen immensen Einfluss auf das Quintett rund um Sängerin Kathrin Bernhardt, auch wenn sich die Band selber eher von Idolen wie LACUNA COIL oder gar IN FLAMES beeinflusst sieht. Nach dem starken Erstling "Sick Of Pitch Black" und mehreren EP's folgt hier nun sowas wie der musikalische Befreiungsschlag: "Thou Shalt Not" ist reifer, selbstständiger, besser, motivierter als alles, was XENESTHIS zuvor vom Stapel gelassen haben.

Wer so schön effektvoll extrem agiles Riffing wie im Hammersong "Fool" oder dem Metalcore-Ausflug "Raised Fist Armed" (das völlig unprätentiös daherkommt, einen aber voll in die Fresse haut) mit einer einfachen, druckvollen Rhythmik kombinieren kann, der hat schon mal gewonnen. Kathrins Gesang ist irgendwo in Mittellage angesiedelt, passt extrem gut zu der durchwegs etwas dunklen Färbung der zehn Songs. Musikalisch agiert der Fünfer bereits in der Profiliga, weiß wie man schmissige Tanzbodenfeger wie den flotten Rausschmeißer "Sand Through Hands" arrangiert und hält sich nicht mit unnötigen Spielereien auf.

Einziger Kritikpunkt - der jedoch im Moment der Erwähnung auch schon wieder verziehen wird: das Niveau lässt nach hinten ein klein wenig nach, und irgendwann klingt alles ein bisserl monoton. Aber was solls? Hier ist eine Kapelle, die weiss wo's hingehen soll und von der wir in Zukunft noch Großes erwarten dürfen. Da sind so kleine Schönheitsfehler erlaubt. Also, worauf wartet ihr? Thou shalt not wait - thou shalt buy!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (04.10.2011)

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