Enthroned - Pentagrammaton

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VÖ: 00.00.2011
Bandinfo: ENTHRONED
Genre: Black Metal
Label: Regain Records
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Lineup  |  Trackliste

ENTHRONED sind bereits seit den 90er Jahren im Metalzirkus unterwegs und veröffentlichten mit "Pentagrammaton" bereits ihr achtes Album. Und doch sind sie nach wie vor nur eine Band aus der zweiten Riege des Black Metal. Während andere Bands der 90er inzwischen gerne mit dem Stempel "Kult" versehen werden, so spricht man von ENTHRONED unter der Verwendung von nüchternen Worten. Dies mag daran liegen, dass die Band seit jeher Musiker auswechseln musste und auch in der Gegenwart nicht vor Besetzungswechseln verschont zu bleiben scheint. Dies mag auch daran liegen, dass die Band aus Belgien ist und demnach nicht unbedingt einer typischen Black Metal-Gegend entstammt. Oder es mag daran liegen, dass man keine großen Skandale an den Tag legte. Man weiß es nicht.

Nach dem wohl schwer wiegendsten Besetzungswechsel vor dem Vorgängerwerk "Tetra Karcist" (als Nornagest den Gesang übernahm) konnte man sich ausmalen, dass sich die Band verändern würde. Und den auf "Tetra Karcist" eingeschlagenen Weg führt man prinzipiell auch auf "Pentagrammaton" fort. Man ist eben keine 20 mehr und muss nicht mehr blind durch die Gegend holzen. Dies bedeutet aber nicht, dass "Pentagrammaton" keine musikalische Aggressivität offenbart. Doch man ist seit "Tetra Karcist" dunkler, mystischer und auf eine erwachsenere Art und Weise "schwarz". Dabei schreckt die Band nicht mal davor zurück einen langen Track wie "Unconscious Minds" aufzunehmen, der überraschend eingängig ist und sich fernab der Wurzel des Schwarzmetalls befindet . Oder man variiert zwischen Highspeed und der immer wieder wirksamen Midtempowalze (wie beim geschickt aufgebauten "Ornament of Grace"). ENTHRONED bleiben nach wie vor eine intensive Band. "The Essential Chaos" ist z.b. so ein Song, der von seiner Intensität lebt und dem ungeübten Hörer kalte Schauer über den Rücken jagen wird.

Doch so gut manche Momente auf "Pentragrammaton" auch sind - es befindet sich andererseits auch einiges an Durchschnittlichkeit auf diesem Album. Und zwar wird man immer dann durchschnittlich, wenn man sich auf die Vergangenheit besinnt und stärker in Richtung des "trve' Black Metal tendiert. Wie bereits erwähnt ist man keine 20 mehr, also warum sollte man versuchen, krampfhaft temporär in die eigene Vergangenheit zu schlüpfen? Wenn ENTHRONED nur trümmern, verstecken sie ihre Stärken und machen deutlich, dass es in der Riege der schnöden schwarzmetallischen Raserei bessere Bands gibt. Doch immer dann, wenn man sich der eigenen Kreativität hingibt, weiß man zu gefallen und mitunter sogar zu begeistern. Somit mein Tipp für ENTHRONED: Nützt eure Chancen, konzentriert euch auf eure musikalische Gegenwart und füllt eure Alben nicht mehr mit durchschnittlichem Krawall-Ballast! "Pentagrammaton" hätte ein verdammt starkes Album werden können. Doch das Endresultat ist eben doch nur "gut".



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (09.07.2011)

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