Death - Human (20th Anniversary Edition)

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VÖ: 01.07.2011
Bandinfo: Death
Genre: Progressive Death Metal
Label: Relapse Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die DEATH-Festspiele gehen weiter. Erst zu Jahresbeginn hat die Aggro-Schmiede Relapse Records mit einem üppigen Re-Release des Schuldiner-Abschlusswerks „The Sound Of Perseverance“ erfreut, rechtzeitig zum 20-jährigen Jubiläum legt man auch das stilprägende „Human“-Album wahlweise als Double- oder Triple-CD Monsterpackung neu auf. Dieses vierte Album der Bandgeschichte markierte bekanntlich endgültig den großen Schritt vom frühen Death Metal zu einer progressiveren, schwerer zugänglichen aber in jedem Fall einzigartigen Spielweise des amerikanischen Todesbleis, welche noch heute stilprägend und vorbildwirkend für unzählige Nachwuchsfrickelmathematiker ist. Wie gewohnt, hatte der gute „Evil Chuck“ sein Line-Up im Vergleich zum legendären „Spiritual Healing“ wieder völlig umgebaut.

Herausgekommen ist die vielleicht beste, in jedem Fall kultigste und legendärste Zusammenstellung von DEATH, die sogar das Mörder Line-Up des Nachfolgers „Individual Thought Patterns“ (1993) übertreffen sollte, bei dem sich Schuldiner und Konsorten fast zu stark in progressive Gefilde verspielten. „Human“ war der perfekte Beginn für die „zweite“ DEATH Ära. Verspielt, vertrackt, aber immer noch unheimlich durchschlagskräftig und qualitativ sowieso meilenweit vor ausnahmslos jeder anderen Combo im großen Death Metal Universum. Jeder einzelne Song hat Geschichte geschrieben, jedes Detail war penibel durchdacht und geplant und mit den Topinstrumentalisten Paul Masvidal (CYNIC) an der Gitarre, SADUS-Legende Steve DiGiorgio am Bass und CYNIC-Drummer Sean Reinert fiel es Frickelgott Schuldiner auch nicht schwer, diese hochgegriffenen Pläne perfekt in die Praxis umzusetzen.

Wer sich bei Jahrhundertsongs wie dem sperrig wirkenden, trotzdem hypereingängigen „Flattening Of Emotions“, dem jazzig-angehauchten Doublebass-Monster „Lack Of Comprehension“ oder dem fingerverrenkten Instrumentalgoldstück „Cosmic Sea“ nicht die Birne absäbeln lässt, hat den Death Metal ganz und gar nicht verstanden. Auf den folgenden Alben wird Schuldiner zwar noch vertrackter, noch kruder und progressiver, aber diese einzigartige Zweierbeziehung aus erhabener Komplexität und mitreißend-eingängiger Schädelspalter-Rhythmik hat nach „Human“ nie wieder jemand erreicht. Weder Schuldiner, noch eine andere Combo. Das Gesamtwerk ist in sich schlüssig und gut durchdacht aufgebaut, es gibt nicht keinen einzigen Ausreißer zu verzeichnen und letztmals haben DEATH diese knarzende, frische Brutalität die in den folgenden Jahren stark abflauen sollte. Vielleicht macht das Alles das Album zum Besten in der DEATH-Diskographie, aber bei diesem Backkatalog kann man eigentlich keines auf einen Thron heben.

Abgerundet wird diese wertvolle und zeitlich perfekte getimte Re-Release durch den runderneuerten Mix vom alten Bandproduzenten Jim Morris und dem ebenfalls aktualisierten Mastering von Alan Douches (MASTODON, THE MISFITS). Zudem gibt’s über eine Stunde Demomaterial, ausführliche Liner-Notes von Morris und Paul Masvidal und zahlreiche weitere Features. Da kann gewissenlos zugegriffen werden – besseren Death Metal wird man nämlich auch in den nächsten 20 Jahren kaum hören.



Ohne Bewertung
Autor: Robert Fröwein (12.07.2011)

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