Fleshgod Apocalypse - Agony

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VÖ: 19.08.2011
Bandinfo: Fleshgod Apocalypse
Genre: Symphonic Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Na bumm. Wer denkt, dass es im Metal nichts mehr zu sagen gibt, ist bislang mit ziemlicher Sicherheit an den italienischen Prügelbarden FLESHGOD APOCALYPSE vorbeigeschrammt. Vor zwei Jahren hat die recht junge Truppe mit dem Candlelight-Debüt „Oracles“ bereits einen ersten Vorgeschmack ihrer eigenwilligen Auffassung von symphonischem Schwermetall geliefert, mit der Anfang diesen Jahres in den Orbit geschossenen EP „Mafia“ (und dem allerorts hochgelobten AT THE GATES COVER „Blinded By Fear“) haben sich die guten Herren aus Lazio und Umbrien nicht nur endgültig auf den Radar der Kuttenträger geschoben, sondern auch Markus Staiger und seine teutonische Bleischmiede Nuclear Blast zum Vertrag aufbereiten animiert.

Anhand der ersten Reaktionen zum bereitgestellten Song „The Violation“ (siehe unten) war den Jungs und Mädels aus Donzdorf wohl schnell klar, dass ein heißes Pferd in Italien nicht zwingend nur mit Ferrari assoziiert werden muss. Diese viehische, kaum fassbare Brutalität geht hauptsächlich von Schlagzeuger Francesco Paoli aus, dessen unbeschreibliche Blastattacken jenen eines Tim Yeung oder Reno Killerich um nichts nachstehen. Weil Highspeed-Geblaste an sich aber kaum mehr einen Hund vor den Ofen lockt, würzen unsere südlichen Landesnachbarn ihr Menü mit rasanten Gitarrenfahrten, vielschichtigen Gesangsparts, orchestralen Arrangements und einem stark an DIMMU BORGIRs Mustis angelehnten Piano-Sound, der für die klassische Komponente im Brachialrausch sorgt.

FLESHGOD APOCALYPSE verstehen ihr Album als durchgehendes Gewaltballet in zehn Kapiteln. Nur das Intro „Temptation“ und der Piano-Ausfader „Agony“ lassen Zeit zum Verschnaufen, ansonsten regiert die einzigartige Mischung aus HATE ETERNAL-artigem Knallfrosch-Death und dem bereits erwähnten Melodienreichtum der dunklen Burg aus Norwegen. BEHEMOTH und SEPTICFLESH mögen als Orientierung dienen, sind aber doch wieder ganz anders als die Italiener. Highlights herauszufiltern ist gar nicht so einfach. Zu geschlossen, zu stark wirkt jeder einzelne Track in sich. Die mit mitreißenden Clean-Vocals veredelte Gänsehautdampfpresse „The Hypocrisy“, das mit knackigen Riffs angereicherte „The Egoism“ und das durch und durch schwarzmetallische, im Mid-Tempo vorgetragene „The Forsaking“ könnte man als Blaupausen für den Death Metal der Zukunft hervorheben.

„Agony“, dieses faszinierende Todesgebräu mit selbstbewusstem Klassikanstrich ist eine Herausforderung, ein schwerer Brocken akustischer Naturgewalt, den nicht jeder 08/15 Mörtler vertragen wird. Doch wer gefühlte 300 bpm durchs Gebälk holzt und trotzdem noch Melodie und Atmosphäre in seine Songs baut, der trägt sich zurecht ins Necronomicon des Edelstahls ein. Bitte schnell mehr davon – FLESHGOD APOCALYPSE machen nämlich verdammt süchtig.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (12.08.2011)

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