Devil - Time To Repent

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VÖ: 09.09.2011
Bandinfo: DEVIL
Genre: Doom Metal
Label: Soulseller Records
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Lineup  |  Trackliste

Traditioneller Doom Metal der Marke BLACK SABBATH, PENTAGRAM oder WITCHFINDER GENERAL scheint zur Zeit schwer in Mode zu sein, weshalb selbst im kalten, eigentlich unter Schwarzmetallherrschaft stehenden Norwegen mit DEVIL eine recht junge Band - das Adjektiv ''jung'' ist hierbei nicht auf das schon fortgeschrittene Alter der Musiker, sondern auf das Gründungsjahr der Truppe, nämlich 2009, zu beziehen - ihr natürlich leicht okkult angehauchtes Debut ''Time To Repent'' auf den Markt bringt. Dass die Jungs aber keinesfalls pure Durchschnitts- bzw. Klischeeware aufgenommen haben, soll durch folgendes Review bekräftigt werden.

Zuerst muss gesagt werden, dass DEVIL nicht typischen Traditional Doom Metal spielen, sondern sich eher auf eine tief in den 70ern verwurzelte Doom Rock Spielweise fixiert haben. Wenn sich der vom leicht an ELECTRIC WIZARD erinnernden Artwok getäuschte Doom Metaller dann aber an den recht altmodischen Sound des Quintetts gewöhnt hat, sollte einem erquicklichen Hörerlebnis eigentlich nichts mehr im Wege stehen, denn DEVIL wissen wirklich wie diese Art von Musik zu klingen hat. Sänger Joakim Trangsrud's eher unauffälliges Organ passt perfekt zum Gesamtsound und kann für den herrlich skandinavischen Akzent sogar ein paar Bonuspunkte sammeln. Die zwei Gitarristen entlocken ihren Äxten die passenden Riffs und die Rhythmusfraktion agiert zwar eher im Hintergrund, dafür aber umso effektiver.

Songtechnisch besonders zu begeistern wissen das extrem rockige ''Break The Curse'', der hittaugliche Titeltrack, in welchen die Band ihr ganzes Gespür für Melodie gesteckt zu haben scheint, sowie das nach AGENT ORANGE in Zeitlupe klingende ''Open Casket''. Schließlich haben DEVIL mit ''Death Of A Sorcerer'' noch einen vierten, absoluten Anspieltipp auf ''Time To Repent'' versteckt, der vor allem durch die grandiose, hochmelodische Gitarrenarbeit zu überzeugen weiß. Die Hervorhebung dieser Songs soll jedoch nicht implizieren, dass der Rest des Album viel schwächer ist. Nun gut, an das hohe Niveau dieses Viererpacks kommt das restliche Material nicht heran, aber schlecht ist es in keinem Fall, wenn, dann leicht ausbaufähig.

Wie man meiner wohlwollenden Kritik hoffentlich entnehmen kann, haben die Norweger von DEVIL mit ''Time To Repent'' ein ziemlich starkes Debut am Start. Natürlich wird nicht jeder Doomer, schon gar nicht jeder Normalo-Metaller, mit dem, auch von der Qualität her, recht schrägen Sound der Truppe etwas anzufangen wissen. Aber genau dieser warme, knarzige Siebzigerklang macht für mich den besonderen Reiz an ''Time To Repent'' aus. Ob ihm ein solcher ebenfalls zusagt, muss jeder für sich selbst bei einem kurzen Probehördurchlauf entscheiden. Dieses ''Hineinhören'' empfehle ich aber in jedem Fall. Man könnte nämlich wirklich etwas verpassen!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Johannes Deml (31.08.2011)

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