David Roberts - "All dressed up", "Better late than never", "The missing years"

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VÖ: 29.04.2011
Bandinfo: David Roberts
Genre: Melodic Rock
Label: Avenue Of Allies Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Trivia

Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre war die Hochblüte des melodischen Rocks. Westcoast war eine Spielart dieses Genres, POCO, AMERICA, TOTO, LITTLE RIVER BAND, EAGLES und viele andere waren die Protagonisten. 1982 mischte auch der in Boston geborene und in Toronto aufgewachsene DAVID ROBERTS mit. Über den Keyboarder und Produzenten Greg Mathieson wurde er mit den Porcaro Brüdern bekannt und veröffentlichte „All dressed up“, ein Platte, die bald wieder in Vergessenheit geriet, und es sollten 26 Jahre bis zum Zweitwerk vergehen.
ROBERTS war in der Zwischenzeit aber nicht untätig, schrieb er doch zahlreiche songs, die von anderen Kollegen gerne angenommen wurden. Darunter BAD ENGLISH, LEE AARON, HOUSE OF LORDS, JIMMY BARNES und andere.

Als Ende der 2000er Jahre der Ruf nach neuer Musik von dem hervorragendem Sänger und Komponisten ROBERTS immer lauter wurde und da schon Phantasiepreise für „All dressed up“ gezahlt wurden, nahm er 2008 sein zweites Album mit dem bezeichnendem Titel „Better late than never“ auf. Zunächst konnte man das neue Werk nur als Japanimport beziehen, aber nun hat sich das Label Avenue Of Allies DAVID ROBERTS angenommen. 2011 wurde es zusammen mit “All dressed up“ veröffentlicht. In der Zwischenzeit hat der Musiker seine Schubladen durchsucht und einiges unveröffentlichtes Material gefunden, das zu schade wäre, wenn es verstaubt. Das Ergebnis ist „The missing years“, das ab 29.4.2011 vorliegt. Danke schön an Avenue Of Allies!!

„All dressed up“ ist also der erste Output des Singer/Songwriters und klingt wie ein Kind dieser Zeit. Die Liste der unterstützenden Musiker liest sich wie das Who is Who der Westcoast-Szene: Steve Lukather, Jeff Porcaro, Mike Porcaro, Greg Mathieson, Bill Champlin und andere. Drückt man die play-Taste und hört man die Musik, muss wieder einmal das alte Klischee der Cabriofahrt entlang der kalifornischen Küste herhalten: melodischer Westcoastsound in Perfektion, kein Wunder bei diesem Lineup. „Too good to last“ oder „Someone like you“ könnten von TOTO nicht besser gespielt werden, „All in the name of love“ oder „She’s still mine“ sind AOR Granaten mit Superkeyboard – sound, vom Meister selbst und Greg Mathieson umgesetzt. Andere tracks plätschern ein bisschen dahin und klingen wie CHICAGO meets RICHARD MARX meets TOTO. „Midnight Rendezvous“ wartet mit betörendem Saxophonspiel auf, Höhepunkt ist meiner Meinung nach „Anywhere you run to“, das nicht ohne Grund von Diana Ross gecovert wurde.

Wer alle oben genannte Bands und Musiker nicht leiden kann: Finger weg, alle andere: unbedingt anhören und sich in die frühe Zeit träumen, 4,5 Punkte für diesen Westcoast-Klassiker.

„Better late than never“ entstand wie erwähnt 26 Jahre später, wieder sammelte ROBERTS eine Schar erstklassiker Musiker um sich, von früher ist nur Greg Mathieson an den keyboards und als Co-Produzent (mit Fred Mollin) über geblieben. Auch hat er diesmal bei drei Nummern Co-Autoren (John Waite, Fred Mollin und Randy Goodrum). Stilistisch klingt das Zweitwerk nicht mehr ganz an die frühen Achtziger, AOR moderner Prägung dominiert, der Westcoast-sound ist nur mehr in Ansätzen erkennbar („Be gentle with my heart“, „Eighth wonder“, „If I woulda been there“).
Super Gitarrenarbeit, Keyboards und die überragende Stimme von Roberts bestimmen das Album, catchy Melodien gibt’s zuhauf. „Best thing I never had“, „Better late than never“ und „What I’ve been missing“ wären in der Blütezeit des AOR Klassiker geworden, leider ist das Interesse für diese Musik, vor allem im Radio nicht so gefragt. Mit „Stay with me tonight“ ist auch eine schmachtvolle Ballade vorhanden.
Nachdem sich auch einige meiner Meinung nach etwas langweilige Stücke eingeschlichen haben: 4 Punkte.

Das letzte Werk der DAVID ROBERTS – Reihe von Avenue of Allies herausgegeben, ist also „The missing years“ mit unveröffentlichtem Material ab 1982. Wieder wird der Mann der schönen Melodien von namhaften Kollegen unterstützt, wie Stan Meissner und John Albani, als Produzent tritt diesmal ROBERTS (mit Arnold Lanni und Anthony Vanderburgh) selbst auf. Natürlich geht er keine Experimente ein, wieder verlässt er sich auf seine bekannten und richtigen trademarks: einprägsame Melodien, wunderschöne Keyboardbegleitung, tadellose Gitarren und die überragende Stimme des Ausnahmekünstlers. Mit „Run back“ beginnt das Album mit einem Ohrwurm erster Güte, sodass man geneigt ist, sofort die repeat-Taste zu drücken. Dezent und oft ein bisschen leise („Run away with me“, Until your hearts content“ oder funkig („Gone but not forgotten“) geht es weiter. „Forbidden fruit“ ist ein weiterer Höhepunkt, der sich sofort in den Gehörgängen festlegt – AOR at its best! Weitere highlights der rockigen Sorte sind: „I still believe in love“, „Love waits for no-one“, die anderen der 15 tracks umfassenden Cd sind wieder etwas ruhiger und plätschern ein bisschen dahin, daher bleiben 4 Punkte.

Fazit: Ein großes Dankeschön an Avenue of Allies, dass ein großer Musiker nicht vergessen wird, weil nicht jeder sich teure Japan-Importe leisten kann.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Wolfgang Kelz (13.08.2011)

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