Thomas Johansson - Swedish Hitz Goes Metal

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VÖ: 25.05.2011
Bandinfo: Thomas Johansson
Genre: Melodic Power Metal
Label: Doolittle Group
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Lineup  |  Trackliste

Manchmal entsprechen Veröffentlichungen genau dem, was einem bereits bei der Auswahl im Stormbringer Promopool als erstes durch den Kopf geht. Also noch bevor man Infozettel, geschweige denn die Musik an sich, studiert hat.

Der Schwede Thomas Johansson (Frontman bei REINXEED), und sein erster Solo-Output sind so ein Fall. Schon der grammatikalisch bedenkliche "CD’s ab € 2,99 Wühlkisten-Titel 'Swedish Hitz Goes Metal'“ lässt auf Realsatire vom Feinsten schließen. Wenn schon die Bezeichnung des unfreiwillig skurrilen Machwerks einen gewissen Trash-Faktor suggeriert, so schießt das Artwork endgültig den Vogel ab. Die grellen Letter und Photoshop-Flammen gemahnen an so manches Frontcover-Kleinod aus dem Segment der Aprés Ski- und Großraumdisco Feten-Sampler. Zu allem Überfluß grinst auf den cheesy Promofotos ein optischer Hybrid aus Andi Goldberger (Milchgesicht), und Jazz Gitti (Körperfettanteil) in die Kameralinse!

Nun aber zur Musik. Diese hält was die äußere Aufmachung verspricht. Als Fundament dient ein bizarr programmierter Drumcomputer. Selbiger klöppelt in kompromissloser Highspeed-Manier den ursprünglichen Pop-Appeal der Lieder durch Sonne, Mond und Sterne. Darüber schichtet der Alleinunterhalter Johansson Billig-Keyboards kilometerdick auf. Die Gitarrenarbeit ist technisch einwandfrei, aber tönt mega-steril. Riff um Riff hackt in mathematischer Präzision auf das Trommelfell ein. Gut möglich, dass hier der Schnitt-/Programmier-Wahnsinn seine fröhlichen Urstände gefeiert hat. Über all dem ein handwerklich fehlerloser Gesang. Der wohlgenährte Thomas klingt aber mehr nach Musical-Barde/ Justin Hawkins (THE DARKNESS) kleinem Bruder, denn nach gestandenem Metal-Sänger. Dies setzt der irrwitzigen Chose somit das Sahnehäubchen auf.

Eine herkömmliche Bewertung des Albums steht außer Frage. Denn einerseits muss man diesen herrlich geschmacklosen Musik-Autismus nicht ernst nehmen. Als Party-Gag betrachtet kann die Compilation durchaus zu ausgelassener Stimmung im Metal-Beisl beitragen. Wer es jedoch nicht lustig findet, wenn vor dem geistigen Auge ACE OF BASE mit ROXETTE in bunten Regenbogenfarben um die Wette kotzen und dabei Reigentänze mit übergewichtigen STRATOVARIUS-Fans aufführen, lässt das Reinhören lieber sein.



Ohne Bewertung
Autor: Sandy (13.08.2011)

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