THE BROWNING - Burn This World

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VÖ: 14.10.2011
Bandinfo: THE BROWNING
Genre: Modern Metal
Label: Earache Records
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Lineup  |  Trackliste

Wo ist die Zeit...
Musik damals und heute: Tiefgründige Texte und Co.

In Zeiten wie diesen dominieren sonderbare Klänge die Clubs der Städte. Vorbei sind die Zeiten in denen es noch coolen Rock beim Fortgehen gespielt hat, heute muss der Artist ein DJ sein und mindestens einmal ein "feat." im Track-Title vorkommen. Die Mucke muss unendlich schnelle Bass-Salven abfeuern und von der Simplicity der Lyrics wagen wir mal gar nicht zu sprechen.
Naja, wagen wir es, aber gesprochen wird hier ja ohnehin nicht.

Mal kurz unsere grauen Zellen angestrengt kommen wir auf folgende chemische Formel, die alle Grenzen der Biologie und Quantenphysik auf den Kopf zu stellen scheint und so richtig schön nebenbei die ganze Musiklandschaft mitsamt Radiostationen und Medien:
(RAH)² (AH)³ + RO (MA + MAMA) + (GA)² + OOH(LA)²

Dürfte nun wohl auch dem Letzten klar sein auf was für eine Misère wir anspielen wollen. Leider bumpert uns momentan ein selbsternannter Discjockey nach dem anderen seine Hardstyle-Tracks um die Rübe, und das sollen wir noch gut heißen. Nope, tun wir nicht. Die einzige "Technologie" (abgesehen von der in unseren E-Gitarren) sollte in futuristische Videogames à la "Deus Ex: Human Revolution" oder Sci-Fi Movies wie "Metropolis" gesteckt werden.
An so einer Stelle erlauben wir auch einen etwas pompöseren Soundtrack und dementsprechende Beats. Aber nicht als Otto-Normal-Radiohörer der sich am Wochenende vielleicht das ein oder andere kühle Blonde in die Figur pumpen will.


...wo wird sie enden?
Die Fusion zweier Dimensionen

Zu lange schon scheitern Bands, Clubbing-Serien und waghalsige Helden daran ein Mittelmaß zwischen den unterschiedlichen Musikwelten der Pop/Dance/Electronic-Kultur und der unserer geheiligten Metal-Hallen zu finden, Brücken zu Bauen und endlich das Kriegsbeil zu begraben.
Vieles ist im Laufe der Menschheit gelungen, angefangen bei der Erfindung des Rades bis hin zum Feuer machen und letztendlich der Benutzung von Stahlsaiten um darauf Klänge zu zupfen.
Vieles scheint möglich zu sein, doch diese Symbiose nicht. Glauben Sie selbst daran? Wir ehrlich gesagt auch nicht, denn ein truer Rocker shakt nun mal nicht zu irgendwelchen Bässen ab, schießt sich mit chemischen Substanzen in ein Paralleluniversum oder geht bei einem Rock-Festival in einen "Night Park" um dort eben solchen "Plattenwäschern" zu lauschen.


Aufbruch in ein neues Universum
Die Zeit einer neuen Ära hat gerade erst begonnen.

Nach einem selbstbetitelten Album, und den zwei EPs "Standing On The Edge" (2010) und "Time Will Tell" (2011) kommt nun der neue Langspieler in die Läden und wirbelt alles auf was bisher möglich schien.

THE BROWNING aus Dallas/Kansas City haben das Experiment gewagt, und das Ergebnis ist einerseits faszinierend, zum anderen auch traurig. Die vier Herren haben es geschafft, die Genres verschmelzen zu lassen und liefern mit "Burn This World" einen Brocken ab, der die musikalische Welt bestimmt abermals kopfstehen lässt.

Was ist denn nun der große Geniestreich den die Herren gewagt haben? Als wir zum ersten mal gelesen haben was da auf uns zukommt traf es uns wie ein Schlag in den Magen. Die Kombination aus Trance/Dance und Metal scheint geglückt zu sein! Um ehrlich zu sein: Es hört sich nichtmal so schlecht an...aber war das wirklich nötig?

Das Gesamtwerk kommt in sehr blechernem Gewand angestapft und versprüht mechanischen Charme. Man hat beim hören beinahe das Gefühl sich jeden Moment in einen Cyborg zu transformen, so, so...ja...uns fallen keine Worte ein...HYPER...klingt das Ganze! Moderner Metal trifft auf Hardstyle, Techno und diverse elektronische Elemente, für die ich an dieser Stelle aber nicht den nötigen Jargon oder gar die entsprechende Kompetenz aufweisen kann, da ich ein Rocker bin und mir maximal "Blast-Beats" etwas sagen.

Wie soll man es definieren? Trancecore? Dance Metal? Death Electro?
Es ist auf jeden Fall endlich eine gute Kombination aus unserer allgeliebten Philosophie, die sich nun auch mit anderen Glaubensrichtungen paart, wobei der Metal-Anteil klar dominiert. Wer hat den ersten Schritt gehen müssen? Wer zeigt hier wieder Nachsicht? WIR! Ja liebe Elektroniker, zeigt uns bitte einen DJ der bewusst Metal spielt. Abgesehen von euren Remixes, wo ihr euch an Originalen bedient und deren Werke schändet.

Endlich gibt es metal-approvten Club-Sound, den wir auch den Härtesten ans Herz legen können, denn diese Scheibe bringt alles mit was wir von Modern Deathcore gewöhnt sind plus der Extraportion Experimentierfreude! Für Fans von BLOODSTAINED CHILD und Personen die sich nicht von musikalischen Vorurteilen lenken lassen wärmstens zu empfehlen!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: berni (06.10.2011)

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