Arckanum - Helvítismyrkr

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VÖ: 16.09.2011
Bandinfo: ARCKANUM
Genre: Black Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste

Johan Lagher, Kopf der chaosgnostischen Schwarzmetall-Maschinerie ARCKANUM, ist ein Mann der Tat. Mit "Helvítismyrkr" kommt nun schon das siebte Album und gleichsam die vierte Scheibe in vier Jahren des antikosmischen Ein-Mann-Projekts auf die werte Black Metal Fanschar zu.
Außerdem konnte sich der unter dem Pseudonym Shamaatae operierende Musiker mit Season Of Mist aus Frankreich sogar einen prominenten Labelpartner angeln. Auf die guten alten Werte des schwarzen Untergrunds, sprich Veröffentlichung über kleine Plattenfirmen, scheint man im Hause ARCKANUM keinen großen Wert mehr zu legen. Über diese Tatsache mag man denken, wie man will, aber da ich mich selbst nicht als Schwarzmetaller bezeichnen würde, tangiert sie mich nur peripher. Letzten Endes zählt doch immer die Musik an sich und selbige muss man im Falle von "Helvítismyrkr" durchaus genauer unter die Lupe nehmen.

Klang der direkte Vorgänger "Sviga Læ" (HIER geht's zum Review!) teilweise sogar modern und angemessen produziert, regiert auf dem neuesten Streich der schwedischen Legende wieder rauschender Old-School-Sound. Mir soll's recht sein, den Anhängern der ersten Stunde sicher ebenso.
Der erste Song ''Helvitt'' bietet übliche ARCKANUM-Kost und prescht in ordentlichem Tempo nach vorn. Das kratzige Organ Lagher's hat sich in keinster Weise verändert und passt sich der klanglichen Komponente wie immer perfekt an.
Das instrumental vorgetragene ''In Svarta'' erinnert mich ungeachtet aller Gegensätze aufgrund seiner wuchtigen Riffgewalt durchaus an Material der deutschen Sludge-Bande OMEGA MASSIF.
Mit ''Nifldreki'' und dem brutalen ''Svartr ok Þursligr'' hat man sogar zwei hittaugliche, schnelle Nummern auf "Helvítismyrkr" gepackt. Wen diese Aussage nun seltsam anmutet, der muss sich damit abfinden, denn so sind ARCKANUM schlicht und einfach: simple, fast and esoteric, wie auch Johan Lagher himself einst bekannt gab.
Doch auch auf dem neuesten Streich ist nicht alles Gold, was glänzt. Wie schon letztes Jahr bei "Sviga Læ" kritisiert, scheinen dem Meister bei manchen Songs die Ideen auszugehen. Zwar wirkt sich dieser Misstand diesmal nicht so stark aus, wie noch auf dem Letztwerk, doch hörbar sind die teilweise auftretenden songschreiberischen Mängel in jedem Fall.

Unterm Strich heißt das nun: ARCKANUM machen immer noch Black Metal der Oberklasse und kehren mit "Helvítismyrkr" zu ihren Ursprüngen zurück. Um ein herausragendes Album handelt es sich jedoch nicht, eher um ein recht Gutes. Im Vergleich zum Vorjahr hat man sich also weder besonders verbessert noch verschlechtert. Fans des Projekts werden aber sowieso immer zuschlagen und können dies auch beruhigt tun, weshalb sich Mr. Lagher zumindest keine Sorgen um seine Existenz als Black Metal Ikone machen muss.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Johannes Deml (30.09.2011)

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