Rwake - Rest

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VÖ: 27.09.2011
Bandinfo: Rwake
Genre: Sludge Metal
Label: Relapse Records
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Lineup  |  Trackliste

Vor ein paar Monaten spielten RWAKE noch im Vorvorvorprogramm von CORROSION OF CONFORMITY in der Arena in Wien. Damals fiel beim amerikanischen Sextett (neben der spindeldürren Keyboarderin) der groovige Sludge/Doom Rock auf, den die Jungs und das Mädel auf die Bretter gelegt haben und der live toll funktioniert hat (damals gab's auch beim Merch-Stand höchst individuelle selbstgebrannte CDs der Band, händisch beschriftet…). Bei „Rest“ stellt sich jetzt natürlich die Frage, ob das auch von der Konserve so gut klappt.

Die Genre-Beschreibung von RWAKE von der Plattenfirma ist eine der wenigen, die wirklich zutrifft: von Progressive/Doom/Sludge Metal wird hier gesprochen, und wenn man die Band in vier Worten beschreiben müsste, wäre diese Beschreibung noch am zutreffendsten. Ein bisschen hört man zusätzlich noch den wohl herkunftsbedingten Southern Rock-Einfluss heraus. Die Grundzutat der Musik ist trockener Sludge, und es kommen (vor allem durch das Keyboard und den Gesang) einige progressive und psychedelische Elemente dazu.

Aufbauend auf langsamen Riffs werden mehrere Lagen Effekte und Spielereien gelegt, und die Songstrukturen sind so komplex aufgebaut, dass man mehrere Durchläufe braucht, um die ganze von RWAKE gebotene Bandbreite an Musik zu inhalieren. Das führt dann auch dazu, dass es die sechs Songs auf „Rest“ auf mehr als 40 Minuten bringen (wobei zwei Stücke Intro bzw. Zwischenstück sind).

Am Nächsten zum traditionellen Doom Metal kommt wohl noch „It Was Beautiful But Now It’s Sour“. Im Gegensatz dazu kann „An Invisible Thread“ mit plötzlichen, kurzen Black Metal Einwürfen und einem Groove, der an die großen Meister des Südstaaten-Doom DOWN erinnert, punkten. Bei „The Culling“ fällt zunächst der akustische Anfangsteil auf, der über sieben Minuten dauert und im Laufe der Zeit fast hypnotische Wirkung entfaltet. Dabei wird eine eher düstere Stimmung erzeugt, die dann auch im folgenden, eher metallischen Teil aufrechterhalten wird. Und bei „Was Only A Dream“ wird’s dann fast melodisch, die Gitarren zaubern dann einige Melodien abseits vom Doom-Hammer aus dem Hut.

Um die Frage am Anfang zu beantworten, kann „Rest“ nicht ganz mit der Live-Performance von RWAKE mithalten: zu zurückhaltend sind die fetten Doom-Riffs, die sich live so richtig mächtig entfalten konnten, im Mix vorhanden. Dadurch bewegt sich „Rest“ vom Sound mehr im alternativen, progressiven Bereich. Wer aber Spaß an progressivem Doom Rock mit langen, vertrackten Songstrukturen mit vielen kleinen Details und einem Schuß DOWN hat, sollte „Rest“ mal eine Chance geben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Luka (04.10.2011)

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