Almah - Motion

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VÖ: 21.10.2011
Bandinfo: Almah
Genre: Progressive Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Zugegeben, ich war ja sehr begeistert vom ALMAH-Zweitling "Fragile Equality" anno 2008, bezeichnete es gar als einen der besten Power Metal-Releases jenes Jahres. An der positiven Gesamtmeinung hat sich auch seither nichts geändert, insofern freute ich mich schon sehr, auch den neuen Output der Brasilianer rund um ANGRA-Frontmann Edu Falaschi, der ALMAH ja ursprünglich als sein Soloprojekt ins Leben rief, zu begutachten.

Doch als dann zunächst das moderne Coverartwork veröffentlicht wurde, das doch eine sehr markante Abkehr von den klassischen Fantasy-Themen darstellte, die noch auf dem Vorgängeralbum vorherrschten, wurde ich etwas vorsichtig. Und als dann schließlich die ersten Töne des neuen Albums "Motion" erklangen, wurde dieser Eindruck bestätigt.

Denn im Jahre 2011 gehen ALMAH eindeutig moderner zur Sache: Man greift zwar immer noch auf gewisse Trademarks zurück, wie man sie von ANGRA her kennt, aber eben genau jene ANGRA-Elemente, die auch noch auf "Fragile Equality" ziemlich vorherrschend waren, wurden nun auf "Motion" deutlich zurückgeschraubt. Stattdessen dominiert eher moderner Gesang, es geht sehr rhythmisch zu, und auch die Instrumentalfraktion, angeführt von Felipe Andreoli, schreitet eine ordentliche Kante heftiger zu Werke. Und die neue Herangehensweise, die sich auch durch das komplette Album zieht, wird bereits beim Opener "Hypnotized" deutlich bemerkbar: Hier dominieren schon fast an KORN erinnernde Gesänge die Refrains, im Mittelteil geht die Gitarrenfraktion in bester NEVERMORE-Manier zu Werke, und generell lässt sich der Sound eher als Querschnitt durch Acts wie eben NEVERMORE, SYMPHORCE, BRAINSTORM oder auch spätere ANGEL DUST beschreiben.

Klar hat man auch einige melodiösere Momente im Programm, aber an die puren Melodiemomente á la ANGRA kommt man hier nicht heran; dagegen geht's dann mit Tracks wie der ersten Videoauskopplung "Trace Of Trait" oder "Soul Alight" wieder recht hart nach vorne los.

Nicht besonders viele Punkte holen die Jungs diesmal mit ihrer Produktion bei mir: Noch künstlicher als schon "Fragile Equality", und besonders im Bereich der Vocals leider reichlich dünn ausgefallen, wirkt der Sound auf "Motion" leider überhaupt nicht homogen und kann mich daher nicht überzeugen. Bei einer Kapelle wie ALMAH, wo man weiß, dass hier Könner am Werke sind, erwarte ich mir hier ein wenig mehr.

Alles in allem ist, so muss ich leider sagen, "Motion" für mich eine kleine Enttäuschung. Das mag teils daran liegen, dass ich eben nach dem fulminanten "Fragile Equality" ein Album in ähnlicher Stilprägung und mit ähnlich eingängigen Songs erwartet hatte. Aber wie uns schon Edu Falaschi im Interview verriet, scheint der Stil auf "Motion" eher jener zu sein, den er tatsächlich mit ALMAH verfolgen möchte, und man hat wohl auf früheren Scheiben wohl nur darum noch mehr auf ANGRA-Elemente gesetzt, um hier ein wenig die Fangemeinde für das neue Projekt zu interessieren. Das dürfte wohl gelungen sein - ob diese Fanschar aber ALMAH auch angesichts der neuen, deutlich moderneren, progressiveren und härteren Ausrichtung die Treue halten wird, bleibt abzuwarten. Ich werde leider mit dem neuen Produkt von Edu Falaschi und Co. nicht so wirklich warm, darum bleibt's bei einer durchschnittlichen Bewertung und der Empfehlung, man möge hier erstmal probehören, bevor man zugreift.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Dragonslayer (19.10.2011)

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